CDU Aachen sucht die Nähe zu den Bürgern

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der neue CDU-Kreisvorstand will den näheren Kontakt zu den Bürgern suchen. „Die Partei will stärker selbst Position beziehen”, sagt der Kreisvorsitzende Armin Laschet. Dabei soll keinerlei Konkurrenz zur Fraktion aufgebaut werden.

„Wir wollen in unsere Stadtverbände, aber auch in die Institutionen der Stadt reinhorchen, uns Sorgen anhören und aufgreifen”, betont Stellvertreter Heinz Lindgens. Es gehe aufs Frühjahr zu, und das sei ja die Zeit „des gegenseitigen Bestäubens und Befruchtens”. Ziel sei es, „der Partei zu einer Marken-Identität verhelfen”, sagt Lindgens.

Bei einer Klausurtagung Ende März will der Kreisvorstand Zuständigkeiten auf 20 Mitglieder verteilen, Formate kreieren und Köpfe etablieren, die, so Lindgens, nicht nur „gut”, sondern auch „sympathisch” sind. Geplant werden sollen zudem zwei große Veranstaltungen in Form von Bürgerforen. Themen: Euro und Energiewende. Dabei soll einerseits Service, also jede Menge Informationen, geboten werden, andererseits aber auch ein offenes Ohr für kritische Rückmeldungen.

Besonders motiviert ist die Aachener CDU auch, weil sie innerhalb einer parteiinternen landesweiten Mitglieder-Rangliste derzeit Platz belegt. Mit einem leichten Plus an Mitgliedern (aktuell 1452) sind die Aachener Christdemokraten ins Jahr 2012 gegangen. Damit sie die Spitzenposition auch weiter halten, wollen sich künftig verstärkt Heinz Lindgens und die Vorsitzende des Stadtverbands Eilendorf, Hildegard Pitz, kümmern.

Inhaltlich bezieht die Aachener CDU zu drei Themen Stellung:

Kaiserplatzgalerie: Die Partei steht dem Projekt wohlwollend gegenüber. „Als investitionsfreundliche Stadt wollen wir den Investoren eine Chance geben”, sagt Pressesprecherin Maike Schlick. Deshalb sollten die endgültigen Verträge mit den finanzstarken Partnern nicht „überlastet” werden.

Preuswald: Laut CDU drohe dort „der Absturz eines Viertels”. Bei den 600 Wohneinheiten der „Deutschen Annington” herrsche Modernisierungsstau, die Kaltmieten lägen zwischen 4,80 und 6 Euro pro Quadratmeter. „Dazu kommen noch mal Nebenkosten in Höhe von fünf Euro, die letztlich vom Steuerzahler getragen werden”, rechnet Schlick vor. Parteivorsitzender Laschet spricht gar von einer „kreativen Rechenart des Unternehmens.” Wie derartige Nebenkosten gedeckelt werden können, müsse geprüft werden. Die Frage sei, ob das eine städteregionale Aufgabe ist oder per Landesgesetz geregelt werden muss.

Hochschulstandort: Durch die doppelten Abiturjahrgänge im kommenden Jahr und den Wegfall der Studiengebühren würden, so Laschet, der RWTH annähernd sieben Millionen Euro fehlen. „Es hätten 23,6 Millionen sein können, seien aber nur 17,7 Millionen Euro, die aus dem Hochschulpakt II vom Land bereitgestellt würden. Und so hat der CDU-Landtagsabgeordnete mit seinem Parteifreund Axel Wirtz eine „Kleine Anfrage” an den Landtag gestellt. Wichtigste der fünf Fragen: „Welche Unterstützung plant die Landesregierung für die betroffenen Abiturientinnen und Abiturienten konkret für die Stadt und die Region. „Mein Eindruck ist, dass sich die Landesregierung darum nicht kümmert”, kritisiert Laschet.

Was den sogenannten „Extraraum” für Studenten betrifft, will die CDU bei ihren Mitgliedern werben. „Wir hoffen, dass viele Aachener flexibel nutzbaren Wohnraum zur Verfügung stellen”, sagt Schlick. Aufgrund des demografischen Wandels und des Rückgangs der Studentenzahlen im Jahr 2017 sollten jetzt nicht auf Teufel komm raus Studententürme oder Wohnheime gebaut werden, die in ein paar Jahren wieder leer stünden. Außerdem, so Schlick, müsse die Stadt ihre eigenen Bestände auf „Extraraum” überprüfen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert