Aachen - Casino: Neuer Spielbankdirektor will Vertrauen zurückgewinnen

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Casino: Neuer Spielbankdirektor will Vertrauen zurückgewinnen

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
Thomas Salinger
Von der Pike an gelernt: Der neue Leiter des Aachener Spielcasinos, Thomas Salinger, ist ausgebildeter Croupier. Foto: Harald Krömer

Aachen. Thomas Salingers Einstand als neuer Direktor der Aachener Spielbank hätte spektakulärer kaum sein können. An seinem zweiten Arbeitstag, dem 3. Januar dieses Jahres, überfiel ein bewaffneter maskierter Mann das Casino an der Monheimsallee, flüchtete dann ohne Beute vor kreischenden Angestellten. Die Fahndungen liefen bislang alle ergebnislos.

„Das war schon ein Ausnahmesituation“, sagt der neue Spielbankchef. So etwas hat es in Aachen seit der Eröffnung im Jahr 1976 noch nicht gegeben. In den glorreichen achtziger Jahren, wo das gehobene Geschäft mit den Glücksspielen florierte und bis 1000 Besucher pro Tag den Weg ins Casino fanden, wurden die Eingänge noch vom Sicherheitspersonal kontrolliert. So etwas gibt es mittlerweile nicht mehr. „Die Zeiten haben sich geändert“, erläutert Salinger. Der Besucherandrang sei nicht mehr so groß, deshalb verzichte man auf „Security“. „Sie schreckt nicht ab, sie vermittelt nur eine gefühlte Sicherheit“, ist der 47-Jährige überzeugt.

Von dem „Schock“ zu Beginn seiner neuen Tätigkeit in Aachen hat sich der Familienvater schnell erholt. Er möchte seiner Belegschaft „Aufbruchstimmung“ vermitteln, und gleichzeitig alles dafür tun, das die krisengeschüttelte und schon öfter totgesagte Aachener Spielbank wieder an Bedeutung in der Öffentlichkeit gewinnt: „Ich kann verstehen, dass die Mitarbeiter immer wieder große Ängste um ihre Existenz gehabt haben. Mit der Neuausrichtung möchte ich peu à peu das Vertrauen der 133 Mitarbeiter zurückgewinnen.“ Dabei steht weiterer Personalabbau nicht auf seiner Agenda. „Es sind keinerlei Maßnahmen in diese Richtung geplant“, versichert der geborene Berliner.

Ein wichtiger Baustein in Salingers Planungen ist die Rückführung des Automatencasinos vom Kapuzinerkarree ins Stammhaus an der Monheimsallee. „Damit erhöhen wir die Attraktivität und Vielfalt unseres Standortes. Es ist ein wichtiger Faktor, um Gästezahlen zu stabilisieren und das Haus wieder wirtschaftlicher zu machen.“ Schließlich hinke das Automatengeschäft in der Innenstadt den Erwartungen hinterher, erklärt der Spielbank-Chef.

Fester Bestandteil des neuen Konzeptes ist auch die Zusammenarbeit der Aachener Spielbank mit dem GOP-Varieté. Rund zwei Drittel der 1900 Quadratmeter großen von der Stadt gemieteten Fläche im Kurhaus will Salinger abgeben: „Das würde den Standorts enorm aufwerten. Außerdem hat GOP natürlich auch gastronomisch viel zu bieten.“ Das Varieté könnte dann auch eine wichtige Lücke schließen, weil die Spielbank-Gastronomie mit Lenné-Pavillon und Restaurant seit Dezember geschlossen ist. Käme GOP, folgert Salinger, würden „mehr Aachener, aber sicher auch mehr auswärtige Gäste zu uns finden“.

Poker hat Potenzial

Großes Potenzial sieht der Experte auch im Pokerbereich. Immerhin komme, so Salinger, der aktuelle Deutsche Poker Meister 2013 namens Wolfgang Werny ja auch aus Aachen: „Poker hat in den letzten Jahren ein unglaubliches Revival erlebt hat. Wir wollen uns hier in Zukunft noch schneller und präziser nach der Nachfrage richten und unser Angebot ausbauen.“ Davon verspricht sich der Pokerfachmann weiteren Zulauf aus dem „großen Einzugsgebiet“.

Wie schnell die Pläne und Konzepte tatsächlich realisiert werden, kann Thomas Salinger nicht prognostizieren: „Es ist wichtig für alle Beteiligten, dass die Planungen schnellstmöglich konkret vereinbart werden. Wenn wir am Jahresende über Zeitfenster reden könnten, wäre das Ziel erreicht.“

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