Aachen - „Carla Magna“ wird zum Kunstobjekt

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„Carla Magna“ wird zum Kunstobjekt

Von: Nina Krüsmann
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Gut besuchte Vernissage: Viele Kunstinteressierte lockt die Ausstellung „Carla Magna“ in die Aula Carolina, wo der Verein „dreieck.triangle.driehoeck“ derzeit sein 20-jähriges Bestehen feiert. Fotos (2): Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger
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Zeit nehmen zum Betrachten: Diese Frau studiert diese ungewöhnlichen, weibliche Büsten. Dazu gibt‘s Malerei, Skulpturen und Porträts.

Aachen. Nur einen Tag nach der Eröffnung von Ottmar Hörls spektakulärer Kunstinstallation auf dem Katschhof setzten die Kunst schaffenden Frauen aus der Euregio Maas-Rhein am vergangenen Sonntag noch einen drauf.

In der Aula Carolina eröffneten sie eine Ausstellung mit dem Titel „Carla Magna“. In diesem Monat nämlich begeht der Verein „dreieck.triangle.driehoek – Kulturschaffende Frauen Euregio Maas-Rhein“ sein 20-jähriges Bestehen.

Die aktuelle Werkschau an der Pontstraße bildet vom 13. bis 27. April den Höhepunkt. Es geht dabei um die Auseinandersetzung mit einer imaginären weiblichen Kunstfigur, der Carla Magna, die „Freie, Große“, einer fiktiven Figur, vielleicht einer Schwester Karls des Großen. Königinnen, Göttinnen, Biografien, Historie, Persönliches, Irritierendes werden hier präsentiert.

Kunst im Herzen der Stadt

Bei der Vernissage lobte Bürgermeisterin Hilde Scheidt den Gegensatz dieser Werkschau zu der auf dem Katschhof. Beide holen die Kunst mitten ins Herz der Stadt. „Hier geht es um die weibliche Sicht der Dinge. Und auch um den ersten Weltkrieg vor 100 Jahren ein schreckliches Jubiläum“, betonte Scheidt.

Uta Göbel-Groß, seit 18 Jahren Vorsitzende des Vereines mit derzeit 32 Künstlerinnen, betonte: „Heute wollen wir natürlich vor allem uns feiern. Wir haben in den vergangenen Jahren eine spannende Weiterentwicklung erfahren, konnten gemeinsam viele Dinge realisieren, die wir alleine nie geschafft hätten“, betonte Göbel-Groß. In der Aula Carolina etwa habe man bereits mehrfach erfolgreiche Gemeinschaftsausstellungen organisiert.

Alleine hätten die Beteiligten diesen großen Raum nie füllen können. Göbel-Groß erzählte Näheres über die die Vereinsarbeit und die Zukunftspläne: „Zukünftig wäre auch einmal eine Kooperation mit männlichen Kunstschaffenden denkbar“. Bei der Kunstroute sind die Damen jedes Jahr vertreten. „Angefangen haben wir mit einer Performance auf der Straße, weil wir damals noch keinen Raum gefunden haben. Da hat sich einiges getan“, blickt Göbel-Groß zurück.

„dreieck.triangle.driehoek e.V.“ sei entstanden durch eine Initiative des Ludwig-Forums, wo die ersten Treffen stattfanden unter der Leitung der Museumspädagogin Irene Drexler. Der Verein zur Förderung kulturschaffender Frauen in der Euregio Maas-Rhein wurde 1994 gegründet. Er war von Anfang an als grenzüberschreitend arbeitender Verein angelegt und ist stets bemüht, Künstlerinnen der gesamten Euregio und darüber hinaus zu vereinen.

Momentan sind Deutschland, die Niederlande, Belgien und Serbien vertreten. Die Ausstellung zum runden Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, die weibliche Kunst ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Bei der Vereinsgründung hätten Frauen es noch schwer gehabt, ihre Kunst zu etablieren.

Unterstützen und vernetzen

Man wollte eine Plattform bieten, wie Mitgliedsfrau Kirsten Müller-Lehnen erklärt: 80 Prozent der Künstler und Verantwortlichen in Museen und Ausstellungsbetrieben seien vor 20 Jahren männlich gewesen, Frauen bei der Vergabe von Stipendien benachteiligt worden. „Für Frauen ist die Kreativität oft eine Teilzeitarbeit, nebenbei müssen sie Geld verdienen, sich um die Kinder kümmern. Wir unterstützen uns gegenseitig, vernetzen uns, damit Kunst nicht brotlos ist“, erklärt Göbel-Groß. Sinnbildlich dafür steht eine Installation, die eine Fröschin zeigt, die darauf wartet, dass der Erfolg sie wachküsst.

Live-Musik von Trommlerin Dorothea Fehse bereicherte die Ausstellungseröffnung am Sonntag, die direkt am ersten Tag großen Publikumszuspruch hatte. Vorbeischauen lohnt sich übrigens gleich mehrfach, denn die Ausstellung wird jeden Tag weiterentwickelt und fortgeschrieben .

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