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Campusbahn: Für Förderung „angemeldet”

Von: Werner Breuer
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Noch eine Vision: So könnte d
Noch eine Vision: So könnte die Haltestelle der Campusbahn an den Aachen-Arkaden auf der Trierer Straße in Zukunft aussehen. Der Rat entscheidet erst Anfang nächsten Jahres über das Projekt. Montage: H J Planer

Aachen. Ob die Campusbahn kommt, entscheidet der Rat zwar erst Anfang kommenden Jahres. Aber damit Aachens Kommunalpolitiker dann wissen, worauf sie sich einlassen, arbeitet die Verwaltung schon fleißig im Hintergrund an dem Vorhaben.

In den vergangenen Wochen haben Vertreter verschiedener städtischer Fachbereiche gemeinsam mit Abgesandten von Aseag, Stawag, Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) sowie der Feuerwehr die ins Auge gefasste Trasse schon genauer unter die Lupe genommen.

Zumindest den ersten Teil der Strecke vom Uniklinikum (über den Westbahnhof und weiter über Schinkelstraße, Templergraben, Hirschgraben, Seilgraben, am Bushof vorbei und weiter über den Willy-Brandt-Platz) zum Kaiserplatz haben sie bereits geschafft, Den Rest von dort aus über den Adalbertsteinweg und die Trierer Straße haben die Fachleute noch vor sich.

Die Stawag ist deshalb mit im Boot, weil sie im Falle des großen Buddelns die Gelegenheit zu Arbeiten an ihren Leitungen im Untergrund nutzen würde. Diese Löcher müssten dann etwas tiefer gegraben werden, ansonsten würde für die Gleise die Erdkruste nur rund 60 Zentimeter tief angekratzt, erklärt Regina Poth, Abteilungsleiterin Straßenbau bei der Stadt Aachen.

So dicht unter der Oberfläche rechnet sie auch nicht mit archäologischen Überraschungen, die in Aachen mitunter Baumaßnahmen verlängern können. Und überhaupt sollte der Gleisbau in jenen Bereichen, die vor nicht allzu langer Zeit saniert wurden, nach ihrer Einschätzung flott zu bewerkstelligen sein. Mit zwei Jahren Bauzeit rechnet Regina Poth, gearbeitet würde - in verschiedenen Abschnitten gleichzeitig - ab Ende 2016.

Wenn denn bis dahin der straffe Zeitplan eingehalten werden kann. Um das zu schaffen, haben Poth und Co. in den letzten Wochen „intensiv an der Anmeldung für die Förderung gearbeitet”. Das ist gewissermaßen das Vorprogramm zum eigentlichen Antragsverfahren und dient dazu, dass Bund und Land entsprechende Summen einplanen können.

Doch in Berlin und Düsseldorf schaut man nicht nur auf Aachen. „Da stehen auch andere in der Schlange”, weiß Aseag-Vorstand Michael Carmincke, auch andernorts wolle man Fördermittel für Projekte.

Baudezernentin Gisela Nacken geht allerdings davon aus, dass die Campusbahn in dieser Schlange nicht ganz weit hinten auf einem aussichtslosen Listenplatz steht. „Aber genau weiß man das natürlich nicht.”

Noch nicht. Doch Ende des Jahres könnte ein „Einplanungsbescheid” vorliegen, und dann wissen die Aachener, womit sie rechnen können. Es geht immerhin um Kosten in einer beachtlichen Größenordnung. Bei dem 230-Millionen-Projekt entfielen immerhin rund 130 Millionen auf den Fahrweg, und nur die könnten zu 85 Prozent gefördert werden.

Insgesamt geht die Verwaltung davon aus. dass die Campusbahn den öffentlichen Nahverkehr um vier bis sechs Millionen Euro pro Jahr teurer macht. Derzeit fließen jährlich 19 bis 20 Millionen Euro an städtischen Zuschüssen an die Aseag, mit der Campusbahn wären es also 23 bis 26 Millionen.

Dafür rechnet die Aseag dann aber mit höheren Fahrgastzahlen. Dabei ist das Verkehrsunternehmen jetzt schon gut unterwegs. „Die Nachfrage drückt”, erklärt Hermann Paetz, Centerleiter Verkehr bei der Aseag.

Im vergangenen Jahr wurden rund 65 Millionen Fahrgäste transportiert. Das seien mehr als in den 1950er Jahren, sagt Paetz, als noch längst nicht so viele Aachener ein Auto hatten.

Die Bahn könnte nach Einschätzung von Carmincke für einen weiteren Fahrgastzuwachs sorgen. „Die Leute fahren halt gerne über die Schiene”, sagt er, das sei komfortabler. Und Gisela Nacken betont: „Wir rechnen uns das nicht schön, wir sehen das in anderen Städten.”
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