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Campusbahn: FDP vermisst das Innovative

Von: wb
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Aachen. Für die einen ist es eine innovative Lösung, für die anderen ein „Griff in die Mottenkiste”. Die FDP jedenfalls kann in den Plänen für eine Campusbahn jedenfalls keine aufregenden Neuheiten entdecken.

„Was ist daran innovativ, wenn ich einen Bahnkörper hinsetze, Oberleitungen verlege und eine Tram fahren lasse”, schimpfte der liberale Verkehrspolitiker Peter Blum am Donnerstag im Mobilitätsausschuss.

Vergebens bemühten sich Vertreter der übrigen Fraktionen, Blum und seinem FDP-Mitstreiter Daniel George die Vorzüge des auserkorenen Rad-Schiene-Systems (wir berichteten) noch einmal schmackhaft zu machen. Es gehe schließlich nicht um die Schiene, auf der sich seit den Zeiten der Dampfloks ja auch viel innovatives getan habe, erklärte Achim Ferrari von den Grünen, entscheidend sei das Fahrzeug.

Entscheidend war aber auch die Chance, die Campus-Bahn zwischen dem Uniklinikum und dem Super C am Templergraben zu einer Stadtbahn zu erweitern. Eine „Insellösung” nur für den Campus-Verkehr habe kaum Aussichten auf Fördermittel, warnte Gaby Breuer von der CDU.

Ohne die aber wäre das Projekt wohl kaum zu stemmen. Die Planer gehen von 75,6 Millionen Investitionskosten aus. Sieben Fahrzeuge mit je 150 Plätzen sollen 900 Fahrgäste pro Stunde und Richtung im Zehn-Minuten-Takt zwischen Uniklinikum und Templergraben hin und her kutschieren. Für die rund viereinhalb Kilometer lange Strecke wird eine Fahrzeit von etwa 20 Minuten kalkuliert.

Alles das hatte im Vorfeld schon eine „Lenkungsgruppe” beredet, der auch FDP-Mann Blum angehörte. Seinerzeit hatte seine christdemokratische Kollegin Breuer nicht den Eindruck, dass die Liberalen gänzlich anderer Ansicht seien. Da sei zunächst noch von einer Lösung für die Campusgebiete mit „sinnvollen Verlängerungsmöglichkeiten” die Rede gewesen, erinnerte Blum.

Kröten geschluckt

Die erste Kröte hätte die FDP schlucken müssen mit einer Verlängerungsoption bis Rothe Erde. Akzeptiert habe die FDP das nur, weil die gesamtstädtische Ausrichtung für die Förderung wichtig sei. Nun komme auch noch ein eigener Bahnkörper aufs Tapet. „So stellen wir uns ein innovatives System nicht vor”, betont Blum.

Zweifellos sehe eine Seilbahn neumodischer aus, räumte Baudezernentin Gisela Nacken ein. Doch solche Systeme seien schlecht ins Stadtbild zu integrieren und könnten auch nicht so ohne Weiteres ins bestehende ÖPNV-Netz eingeflochten werden. Und die Innnovationsmöglichkeiten steckten eben in den Fahrzeugen, die auf den Schienen verkehren sollen. Die RWTH habe großes Interesse, an der Entwicklung mitzuarbeiten.

Das Ganze müsse auf die gesamte Stadt ausgelegt werden, weil mit einem kleinen Campusbahn-Projekt das Rennen um Fördergelder eher aussichtslos sei. „Mit diesem kleinen Ärmchen segeln wir nicht an den Mitbewerbern vorbei”, so die Beigeordnete. Die Aachener Pläne müssten sich schließlich in einem „standardisierten Verfahren” behaupten, der Verweis darauf, dass die Campus-Projekte für die Stadt und die Region wichtig seien, ziehe da kaum.

Bei der FDP zogen diese Argumente letztlich auch nicht. Ohne deren Stimmen beschloss der Ausschuss, dass die Pläne weiterverfolgt und ein Umsetzungskonzept erarbeitet wird.
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