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Campus Melaten: Der Zoff mit dem BLB ist programmiert

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Der Campus-Boulevard in seiner nackten Schönheit: An die Hauptverkehrsader werden die einzelnen Cluster der neuen Wisschenschaftsmeile nahe der Uniklinik angeschlossen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Unmut im Planungsausschuss über ein Verwaltungsversäumnis: Die „schriftlichen Festsetzungen“ zur Änderung des Bebauungsplan 915 – das ist der RWTH-Hoffnungsträger mit Namen Hochschulerweiterung „Campus Melaten“ – wurden nur in Form einer Tischvorlage zum Punkt 11 der Tagesordnung gereicht. Beim Festessen in einem Sternelokal stört eine spontane Beigabe zum leckeren Hauptgericht wohl kaum.

Hier aber, so bemängelte die SPD-Fraktion mit ihrem Sprecher Norbert Plum, gebe es noch dringenden Beratungsbedarf, schließlich seien das acht bis neun vollbeschriebene Seiten mit Änderungen des Planes, die SPD wolle die Sache eben erst das nächste Mal auf den Tisch bekommen. Der Plan müsse aber dringend behandelt werden, der Änderungsbeschluss nach der Offenlage müsse zügig her, schaltete sich da die zuständige Beigeordnete Gisela Nacken ein.

Dies alles, damit der Zeitplan eingehalten werde und die unmittelbar neben dem Wissenschafts-Boulevard im nahen Park verortete Kita schnellstens gebaut werden könne. Nacken trat damit höchstwahrscheinlich ungewollt eine Diskussion über das gesamte Planverfahren los. Denn der Unmut über die zu spät eingereichten und nicht verschickten Änderungen, die dann doch zügig und einstimmig mit weiteren Verbesserungen vom Ausschuss beschlossen wurden, ist nichts gegen das, was sich inzwischen gegen die anscheinend des Öfteren selbstherrliche Verfahrensweise des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) Aachen beim Campus-Ausbau angestaut hat.

Für die Verwaltung trug Heike Ohlmann die Sachlage vor. Sie erörterte, dass die Kita zunächst zwischen den Clustern gebaut werden sollte, dann in aber die Nähe eines „Solitärs“, eines von sechs geplanten Einzelgebäuden, verschoben wurde. Sie landete schließlich, wie es sich eigentlich für eine Kindereinrichtung gehört, mitten zwischen Bäumen und Grün im neuen Park des Gebietes, ein Grünstreifen, der das Plangebiet vom bereits länger besiedelten Hochschulerweiterungsgebiet neben der Forckenbeckstraße abtrennt.

Doch selbst bei der Anlage des grünen Innenbereichs habe sich der landeseigene BLB, ärgerte sich der grüne Ratsherr Michael Rau schwarz, so verhalten, „wie wir es keinem privaten Investor durchgehen lassen“. Würde man den bestehenden „Masterplan“, bestätigte auch Ohlmann, mit seinen Eintragungen über das vom BLB bereits angelegte Grüngebiet legen, stünde wahrscheinlich kein Baum oder Strauch dort, wo er eigentlich hin sollte. Auch die sogenannten Solitäre, ärgerte sich die Runde der Kommunalpolitiker, sei in ihrer Ausdehnung wie von Geisterhand „gewachsen“, manche auf einer quadratischen Grundfläche geplanten Gebäude seien nun stattliche Rechtecke.

„Das schafft kein Vertrauen in den BLB“, bekräftigte auch Ratsherr Norbert Plum. Denn eigentlich ist der landeseigene Baubetrieb, dessen Düsseldorfer Zentrale noch jüngst wegen mutmaßlicher Vorteilsnahmen in den Schlagzeilen war, auf das Wohlwollen der Entscheider vor Ort angewiesen.

Das Problem: Wegen der zu erwartenden teuren Quadratmeterpreise in den Bauvorhaben sollen die Cluster dichter bebaut werden, um eine günstigere Kosten-Nutzen-Rechnung bei der Vermarktung erreichen zu können. Der Koeffizient, der das rechnerisch bestimmt, wurde jetzt vom Ausschuss nochmals erhöht, dies ohne jedes Murren.

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