Camp Pirotte: Bebauungsplan geändert

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
20.04.2011 - Camp Pirotte, Bra
Die Bezirksvertreter haben jetzt den Bebauungsplan geändert - unter anderem auch, um die Verkehrssituation rund um Camp Pirotte zu entlasten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Quer durch alle Fraktionen stand den Mitgliedern der Bezirksvertretung Brand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

In den vergangenen vier Wochen war es nämlich dank der Kooperationsbereitschaft der Anwohner gelungen, die Konfrontation in Sachen Schwerlastverkehr auf der Nordstraße aufzulösen und zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Daher fiel es den Bezirksvertretern leicht, bei einer Sondersitzung die zweite Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Camp Pirotte einstimmig abzusegnen.

Vor geraumer Zeit hatten Anwohner der Nordstraße vor dem Verwaltungsgericht gegen die Stadt Aachen geklagt, weil diese nach ihrer Auffassung einem großen Betrieb der Automobilbranche, der das Gelände der ehemaligen Tuchfabrik „Chmel” nutzt, zu Unrecht die Abwicklung von Lieferverkehr für ein Kommissionslager über die Nordstraße gestattet hatte.

Hauptkritikpunkt der Kläger waren dabei unerträglichen Belastungen durch den Schwerlastverkehr. Allerdings hatte die Stadt die Genehmigung nur mit der Maßgabe erteilt, dass diese mit der Fertigstellung der rückwärtigen Erschließung von Camp Pirotte durch die von der Debyestraße ausgehende Baustraße hinfällig werde, weil dann das gewerbliche genutzte Grundstück „von hinten” erreichbar sei.

Vor einigen Wochen entschied das Gericht, dass die Genehmigung tatsächlich nicht rechtens erteilt worden sei. War das auf den ersten Blick offenbar ein glatter Sieg der Anwohner, zeigte sich bei genauerem Hinsehen, dass das Gericht nicht etwa den Lkw-Verkehr an sich als unrechtmäßig ansah, sondern lediglich das Zustandekommen der Genehmigung durch die Stadt. Oder im Umkehrschluss: Werden die korrekten rechtlichen Grundlagen geschaffen, hat die Genehmigung Bestand.

Übergangslösung

Vor diesem Hintergrund leitete die zuständige Fachverwaltung eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Camp Pirotte” in die Wege, um den Anforderungen des Urteils gerecht zu werden. Diese Ausgangslage und wohl auch die Tatsache, dass der durch den Gewerbebetrieb verursachte Lieferverkehr viel geringer ausfällt als befürchtet, überzeugte die Anwohner davon, dass die derzeitige Genehmigung lediglich eine Übergangslösung darstellt, um dem Unternehmen die Weiterarbeit zu ermöglichen.

Da nun auch im Bebauungsplan verbindlich festgeschrieben ist, dass der ungeliebte Zustand mit der Fertigstellung der „öffentlichen Erschließung” - sprich der Baustraße - spätestens aber am 31. Dezember 2013 endet, gab es zum guten Schluss Einvernehmen.

Nach Auskunft der Fachverwaltung ist das Verfahren zur Herstellung der Baustraße voll im Zeitplan. Der weitere Ausbau mit Versorgungsleitungen und Kanalisation wird einige Monate dauern, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Arbeiten Mitte 2013 abgeschlossen sind und auf der Nordstraße dann wieder Ruhe einkehrt.
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