Camp Pirotte: Aus Kaserne wird Bauschutt

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Abreißen und Sanieren heißt die Devise: Das frühere belgische Militärlager „Camp Pirotte” in Brand soll für fast zehn Millionen Euro zu einem Gewerbegebiet hergerichtet werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Wie geht es weiter im Camp Pirotte? Jetzt gab es - nach einer gefühlten Ewigkeit - erste Informationen.

Erläutert wurden sie von Edmund Feiter und Wolfgang Schoel vom städtischen Fachbereich Immobilienmanagement sowie Geschäftsführer Gerhard Kmoch, Dr. Christina Prange und Sabine Schidlowdki-Boos vom Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) im Brander Bezirksamt.

Nachdem in den vergangenen Monaten eine neue Zufahrt zum Gelände geschaffen wurde, beginnt die Strabag-Tochter Heilit spätestens am 1. Dezember mit den umfangreichen Abbruch- und Sanierungsarbeiten auf dem rund 140.000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen belgischen Kaserne. Vorgesehen sind die Entkernung und der Abbruch von mehr als 50 Gebäuden, der Tiefenabbruch von Fundamenten und Kanälen sowie die gesamte Flächenentsiegelung.

Dabei fallen etwa 45.000 Kubikmeter Bauschutt an, der nach Qualitäts- und Unbedenklichkeitskontrolle weitestgehend vor Ort als Straßenunterbau, zur Verfüllung von Kellern und Fundamenten und zur Flächennivellierung verwertet wird. Schadstoffe wie etwa Asbest sollen ordnungsgemäß entsorgt werden.

Ein attraktives Gewerbegebiet für Brand

Bei der Bodensanierung müssen lokale Schlackenfelder, die mit Schwermetallen belastet sind und eine Dicke von bis zu 80 Zentimeter haben, durch Bodenaustausch entfernt werden, wobei rund 32.000 Tonnen Aushub entsorgt werden müssen. Im Bereich des ehemaligen Öllagers wird der Mineralöle-verseuchte Boden komplett abgetragen. Spätestens am 1. Oktober kommenden Jahres soll die Sanierung des ehemaligen Militärgeländes abgeschlossen sein.

Unmittelbar danach sollen die Arbeiten zur Schaffung der Infrastruktur - Straßenbau, Kanalisation, Versorgungsleitungen - beginnen. Wenn alles gut läuft, soll Brand im Sommer 2013 über ein attraktives Gewerbegebiet vornehmlich für kleine und mittlere Handwerksbetriebe verfügen. Eine Fläche von 112.000 Quadratmetern soll gewerblich vermarktet werden, 4500 Quadratmeter sind für Mischnutzung - also auch Wohnungsbau - gedacht, und der Rest teilt sich auf in Straßen- und Grünflächen.

Bezirksbürgermeiter Herbert Henn hält das Ganze für eine „großartige Sache”. Er erinnerte an die wechselvolle Geschichte der früheren Brander Heide, die bereits im 19. Jahrhundert Standort eines preußischen Exerzierplatzes und der ersten kontinentaleuropäischen Flachbahn für Pferderennen war.

Verband kümmert sich um Altlasten

Der Altlastensanierungs und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) unterstützt seit 20 Jahren Kreise, Städte und Gemeinden. Er saniert Altlastenflächen, wenn etwa kein Verantwortlicher gefunden werden kann oder wenn dieser finanziell dazu nicht in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 Prozent der Mittel auf und übernimmt in der Regel auch das Projektmanagement.

Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen sowie Teile der Wirtschaft des Landes. Zur Zeit wendet der Verband etwa zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus dem Verkauf von sanierten Grundstücken werden umgehend wieder in neue Projekte investiert.

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