Camp Hitfeld: Stadt setzt auf die Sonne

Von: Werner Breuer
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Arg vergammelt: Seit dem Abzug der belgischen Streitkräfte im Jahr 1992 sind die Gebäude von Camp Hitfeld Foto: Harald Krömer

Aachen. Sonnige Aussichten für Camp Hitfeld: Das ehemalige Militärgelände unweit der Autobahn 44 könnte größtenteils zum Solarfeld werden. Das sieht ein Nutzungskonzept vor, das die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer, der Bundesanstaltfür Immobilienaufgaben (Bima), ersonnen hat.

Ersonnen wurde schon allerhand, seitdem vor nunmehr 18 Jahren die belgischen Streitkräfte ihr Camp am Rande des Augustinerwalds räumten. „Es gab mehrere Anläufe”, sagt Baudezernentin Gisela Nacken.

Von der Idee, auf dem Areal Gewerbe anzusiedeln, war die Stadt wenig begeistert. Sie wollte zwischenzeitlich lieber die rund 43 Hektar große Fläche für die Sportentwicklung vorhalten. „Aber wir haben ja jetzt den Sportpark Soers”, sagt die Beigeordnete. Und für ein Wohngebiet komme das Fleckchen Erde im Grünen auch nicht in Frage. „Wir haben ja hier die Autobahn”, ruft Nacken beim Ortstermin in die Journalistenrunde, damit man sie trotz Verkehrslärm noch versteht. Die Geräuschkulisse - von 70 Dezibel ist die Rede - passt so gar nicht zur idyllischen Lage zwischen Viehweiden und Wald.

Dieser Wald gehört teilweise zum Camp, was für den heutigen Eigentümer durchaus seinen Reiz hat: Der Bund müsse schließlich als Vorhabenträger bei Straßenbauten für die damit verbundenen Eingriffe in die Natur einen Ausgleich schaffen, erklärt Norbert Stahl von der Bima, die inzwischen an die Stelle des früheren Bundesvermögensamtes getreten ist. Flächen dafür gibt es im Camp Hitfeld. Nach den jetzt vorgestellten Plänen soll rund ein Drittel des Gebiets - immerhin 145.000 Quadratmeter - renaturiert werden. Die dort noch stehenden Gebäude werden abgerissen, danach wird aufgeforstet. Die Kosten dafür trägt laut Nobert Stahl der Bund.

Erst abreißen

Die übrigen rund 290.000 Quadratmeter könnten dann zum „Solarfeld” werden. Das passe ohnehin gut zu den Anstrengungen der Stadt im Bereich der regenerativen Energien, meint Dezernentin Gisela Nacken. Der Anschluss der Photovoltaikanlagen ans Netz dürfte nach ihrer Ansicht nicht sonderlich problematisch sein, Versorgungsleitungen lägen bereits in der Hitfelder Straße.

Dennoch müsste ein Investor für ein Solarfeld noch eine Menge Geld in die Hand nehmen. Mit Summen im zweistelligen Millionenbereich rechnet etwa Edmund Feiter, der Leiter des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement. Immerhin stehen auf der Fläche, wo dereinst Solarstrom produziert werden soll, noch jede Menge arg vergammelte Gebäude der belgischen Streitkräfte herum. Die müssten erst noch abgerissen werden.

Gisela Nacken geht dennoch davon aus, dass dieser Teil von Camp Hitfeld noch in diesem Jahr den Besitzer wechselt. Zunächst wird das neue Nutzungskonzept am kommenden Dienstag im Liegenschaftsausschuss beraten, bis zum Sommer sollte dann die Ausschreibung rausgehen. „Das muss nicht europaweit ausgeschrieben werden”, erklärt Bima-Vertreter Stahl, „deshalb dürfte es vermutlich etwas schneller gehen.”
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