Camp Hitfeld bleibt im Schatten

Von: Werner Breuer
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Der Zahn der Zeit nagt weiter:
Der Zahn der Zeit nagt weiter: Vor etwa anderthalb Jahren wurde ein neues Nutzungskonzept für Camp Hitfeld vorgestellt. Doch ein Solarpark ist aus der Militärbrache noch immer nicht geworden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der schöne goldene Herbst war für die Katz. Zwar wurde Camp Hitfeld mächtig von der Sonne verwöhnt, aber auf Solarpaneele trafen die Strahlen dort nicht. Und derzeit sieht es nicht danach aus, als ob ein geplanter Solarpark auf dem ehemaligen belgischen Militärgelände bald aufblühen könnte.

„Die Hoffnung aufgegeben haben wir noch nicht”, sagt Norbert Stahl von der Bundesagentur für Immobilienaufgaben (Bima). Das klingt nicht mehr so optimistisch wie im Frühling vergangenen Jahres. Damals präsentierte die Stadt gemeinsam mit der Bima als Eigentümerin des rund 43 Hektar großen Areals am Rande des Augustinerwalds ein neues Nutzungskonzept. Alte hatte es zuvor schonmehrfach gegeben: Mal sollte ein Gewerbegebiet auf der Militärbrache entstehen, mal ein Sportpark, auch von Wohnbebauung war zwischenzeitlich die Rede. Nun war für etwa zwei Dritteln der Fläche ein Solarpark im Gespräch.

Daran hat die Stadt weiterhin Interesse, und auch Norbert Stahl, als Leiter der Abteilung Verkauf bei der Bima zuständig für den Großraum Köln, findet nach wie vor Gefallen an der Idee, auf Camp Hitfeld einerseits die Sonne anzuzapfen und andererseits Waldflächen wieder aufzuforsten. Doch verkauft hat er sein Camp immer noch nicht. Dabei war im vergangenen Frühjahr noch hoffnungsvoll die Rede davon, dass die Militärbrache schon im Sommer 2010 den Besitzer wechseln könnte. „Es gab mehrere Interessenten”, sagt Stahl, „und es gibt sie immer noch.”

Verpachten ist kein Thema

Einer davon ist die Stawag, die erneuerbare Energien ausbauen möchte und dafür gerne im Aachener Süden die Kraft der Sonne für die Stromproduktion nutzen würde. „Aber es muss sich rechnen”, betont Stawag-Pressesprecherin Eva Wußing. Und das tut es offenbar nicht. „Der Grundstückspreis ist definitiv zu hoch”, sagt sie. Dabei wollte das Versorgungsunternehmen die Fläche ursprünglich gar nicht kaufen, sondern pachten. Dafür ist der Leiter der Abteilung Verkauf bei der Bima erwartungsgemäß nicht zu haben. „Wir werden die Fläche nicht verpachten, sondern nur verkaufen”, stellt Stahl klar.

Doch diese Frage ist für die Stawag längst nicht mehr der Knackpunkt. „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen”, sagt Wußing. Zu diesen Rahmenbedingen gehören auch die auf dem Militärcamp vermuteten Altlasten. Die Kosten für ihre Beseitigung „würden dann auch noch bei uns hängenbleiben”, so die Stawag-Sprecherin. Ein Solarpark, so wurde vor rund anderthalb Jahren geschätzt, könne unterm Strich Summen in zweistelliger Millionenhöhe kosten. Das will Bima-Verkäufer Stahl nun genauer wissen. „Wir lassen überprüfen, welchen Kostenumfang die Altlastenbeseitigung einnehmen würde.” Am Ende der Untersuchung könnte vielleicht die Erkenntnis stehen, „dass sich Kosten ergeben, die es sinnvoller erscheinen lassen, das ganze Areal zu Ausgleichsflächen umzuwandeln”.

Schließlich muss der Bund als Vorhabenträger bei Straßenbauprojekten für die damit verbundenen Eingriffe in die Natur einen Augleich schaffen. Platz dafür gibt es in Camp Hitfeld. Nach dem derzeitigen Nutzungskonzept soll etwa ein Drittel des Gebiets aufgeforstet werden. Womöglich könnten die anderen beiden Drittel doch noch zum Solarpark werden, wenn das Gutachten ergibt, dass die Altlastensanierung gar nicht so sehr ins Geld geht. „Wenn die Rahmenbedingungen einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen würden”, sagt Stawag-Sprecherin Wußing, „wären wir weiter interessiert”. Allerdings müsste es schon wesentlich billiger werden, denn die Fördermittel für Solarstrom sinken. Das müssten neben der Stawag auch andere Interessenten einkalkulieren, meint Wußing. „Je länger man wartet, desto schwieriger wird es.”

Bima-Abteilungsleiter Stahl will nach der Altlastenuntersuchung „beide Möglichkeiten gegeneinander abwägen”. Vorlieben für Solarzellen oder Baumpflanzungen zählen dabei nicht. „Wir müssen das wirtschaftlichste Ergebnis erzielen”, erklärt Stahl, „das kann der Steuerzahler von uns erwarten.”
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