Aachen - Café Zuflucht: Rettung in letzter Sekunde

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Café Zuflucht: Rettung in letzter Sekunde

Von: Margot Gasper
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Viel Solidarität: Mehrere hundert Menschen demonstrieren auf dem Markt ihre Solidarität mit dem Café Zuflucht. Foto: Ralf Roeger
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Viel Solidarität: Mehrere hundert Menschen demonstrieren auf dem Markt ihre Solidarität mit dem Café Zuflucht. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Gang zum Insolvenzgericht ist quasi in letzter Minute abgewendet worden. Das Land NRW hat sich am Mittwoch bereit erklärt, die Förderung der Flüchtlingsberatungsstelle Café Zuflucht doch fortzusetzen. Das teilten das Flüchtlingsministerium und der Trägerverein Refugio e.V. am Nachmittag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Und so wurde aus der Mahnwache vor der Ratssitzung eine „Jubelwache“, wie Elisabeth Hodiamont es in einer improvisierten Ansprache von der Rathaustreppe aus formulierte.

Die Refugio-Vorsitzende war einigermaßen überwältigt, wie viele Menschen dem Aufruf zur Kundgebung gefolgt waren. Mehrere hundert standen da einträchtig am Karlsbrunnen, um das Café Zuflucht zu retten. „Danke für diese Solidarität“, sagt Hodiamont. Viele junge Leute waren gekommen. Auch Tarik (12) aus einer internationalen Klasse des Couven-Gymnasiums hatte mit seinen Klassenkameraden Plakate gemalt: „Café Zuflucht muss bleiben.“

Am Morgen hatte es in Düsseldorf ein Gespräch im Ministerium gegeben. Thema waren die Umstände eines staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens und die Auswirkungen auf die Förderung des Vereins durch das Land. „In diesem konstruktiven Gespräch konnten wichtige Aspekte geklärt und eine Verständigung über die Rahmenbedingungen für eine Weiterförderung durch das Land erzielt werden“, heißt es in der Erklärung.

Und weiter: „Refugio e.V. erklärte, mit dem im Raum stehenden Tatvorwurf nichts zu tun zu haben, und wies darauf hin, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins in der vergangenen Woche auch gegenüber der Staatsanwaltschaft zur Sache geäußert haben. Man werde an der Aufklärung des im Raum stehenden Tatvorwurfs des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern weiter aktiv mitwirken.“ Das Ministerium wiederum machte den Angaben zufolge deutlich, „dass die Arbeit von Refugio e.V. eine hohe Anerkennung verdient“. Damit sei eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit gefunden. Das Land werde die Förderung von Refugio e.V. fortsetzen.

3000 Klienten in einem Jahr

Das Café Zuflucht kann also seine weithin anerkannte Beratungsarbeit für geflüchtete Menschen fortsetzen. Im vergangenen Jahr hat das Café Zuflucht nach eigenen Angaben rund 3000 Klienten beraten, davon 800 aus dem Altkreis Aachen. Die Landesmittel, rund 265.000 Euro, machen rund 70 Prozent des Budgets der Beratungsstelle aus.

Mit der Freigabe der Mittel dürfte auch einer Förderung durch die Stadt Aachen nichts mehr im Weg stehen. „Ich habe keinen Zweifel, dass die Auszahlung der städtischen Mittel so schnell gehen wird wie die Auszahlung des Landes“, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp in der Einwohnerfragestunde. Dafür gab es kräftigen Applaus von den vielen Zuhörern im Saal. Die Kommune unterstützt das Café Zuflucht mit gut 54.000 Euro.

In den vergangenen Tagen hatte es viel Solidarität mit dem Trägerverein und den Beschäftigten gegeben. Politiker, Vertreter der Kirchen und zahlreiche Institutionen würdigten die Arbeit und erklärten ihr Unverständnis darüber, dass wegen der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Einzelne eine so wichtige Einrichtung in Existenznot gebracht werde.

 

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