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Buttertram hätte Mehrheit geholt

Von: von Peter Langohr
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Jan und Manfred Savelsberg begeisterten auch bei ihrem dritten gemeinsamen Auftritt als Kabarettisten in der Mayerschen Buchhandlung ihr Publikum. Dahinter ihr musikalischer Begleiter Claus Thormälen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ausverkauftes Haus im Forum M. Das bedeutet Schwerarbeit für den Aufzug in der Mayerschen Buchhandlung an der Buchkremeerstraße, der als einziger Zugang die vielen Besucher in die vierte Etage bringen muss. Im schmucken Veranstaltungsraum präsentierten Jan und Manfred Savelsberg bereits im dritten Jahr ihr Vater-und-Sohn-Kabarett.

Dessen Programm trägt daher folgerichtig den Titel „Solo für 2, Teil 3“. Musikalisch unterstützt wurden die beiden von Claus Thormälen am Keyboard.

Für die rund 300 Zuschauer wurde es ein ausgesprochen kurzweiliger und vergnüglicher Abend, an dem die zweieinhalb Stunden, die das Programm ungefähr dauerte – einschließlich einer Pause –wie im Fluge vergingen.

Begeisterter Applaus war der verdiente Lohn für diese Leistung. Vater und Sohn, die vielen Aachenern auch als Ensemble-Mitglieder der Öcher Nölde bestens bekannt sind, warfen erneut einen kritischen Blick auf die kleinen und großen Missstände im kleinen, „bescheidenen Aachen“ und in der großen, weiten Welt.

Oft geschah das liebenswürdig wie in dem Sketch über die Campusbahn, in dem Manfred Savelsberg als Manni d´r Huusmeäster auf gut Öcher Platt räsoniert, dass die Ablehnung des Projekts ausschließlich am Namen „Campusbahn“ gelegen habe. Hätte man den Öchern erklärt, „de Tram“ kehre zurück und dazu noch die Vision der „Buttertram“ beschworen, die die Leute nach Vaals zum Einkaufen karrte, wäre die Zustimmung der Mehrheit gewiss gewesen.

Dass die beiden auch giftig sein können, machte Jan Savelsberg im Werbespot einer Zeitarbeitsfirma deutlich: Da wird mit Leiharbeitern zu Schnäppchenpreisen geworben, die sauber, fleißig und leicht zu halten sind. Bei Abnahme von zehn Leiharbeitern gibt es einen zehn Quadratmeter großen Wohncontainer gratis als Zugabe hinzu, bei Abnahme von 100 sogar drei Nazis als Wächter.

Natürlich nahmen auch die Finanzkrise und das liebe Geld einen breiten Raum in den Betrachtungen der beiden ein. Da ging es dann etwa um die Höhe der Managergehälter und die beiden fragten angesichts der Aussage, dass Manager für ihre dicken Gehälter ja auch viel leisten müssten, provokant nach: „Was leistet denn eigentlich der VW-Chef mehr als ein Altenpfleger, der sich im Beruf den Rücken kaputt macht und an einer Stelle arbeitet, wo er nicht die Umsätze steigern kann, sondern sich um Menschen kümmert.“

Ganz aktuell wurden die „Pferdewochen bei Ikea“ angekündigt, weil der „kleine Onkel“, das Pferd von Pippi Langstrumpf, zu Köttbullar verarbeitet worden sei, und angesichts der Diskussionen in der Aachener CDU befanden Jan und Manfred Savelsberg, dass die Äußerungen von 16-Jährigen auf Facebook nobelpreisverdächtig seien gegenüber dem, was Mitglieder der Aachener CDU derzeit von sich gäben. 

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