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Bussystem ist ausgereizt: Jetzt die Stadtbahn?

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
Campusbahn 2
Schöne Vision: Die Campusbahn könnte ohne Oberleitungen mit Batteriestrom durch die Innenstadt - hier Templergraben - fahren.

Aachen. Die Zahl muss man erst einmal verdauen: Rund 240 Millionen Euro würde eine Campusbahn kosten, die die Aachener Innenstadt mit den neu entstehenden Hochschul-Arealen im Westen der Stadt verbinden soll. Ein Luxus oder eine Notwendigkeit? Um diese Frage ging es bei einem AN-Forum im Casino des Pressehauses in Aachen.

Für Prof. Adolf Müller-Hellmann, Geschäftsführer des Förderkreises des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen und Berater der Stadt in Sachen Campusbahn, führt an dem neuen Verkehrsmittel kein Weg vorbei. Angesichts stetig steigender Fahrgastzahlen im Öffentlichen Nahverkehr stoße das Bussystem an seine Leistungsgrenzen. Fit für die Zukunft wäre Aachen nach seiner Vision mit einer Stadtbahn, die zudem die Elektromobilität vorantreiben würde. Die Pläne sehen vor, dass eine erste Strecke von zwölf Kilometern Länge vom Universitätsklinikum über die Campus-Areale Melaten und West bis zum Stadtteil Brand führt. Oberleitungen soll es nur in den Außenbereichen geben, die Aachener Innenstadt würde die Bahn mit Batteriestrom passieren. Die zum Aufladen nötigen sogenannten Unterwerke könnten zugleich als Ladestationen für andere Elektrofahrzeuge - vom Bus über das Elektroauto bis hin zum Pedelec - dienen. „Wir machen da etwas, das es in dieser Form noch nicht gibt”, warb Müller-Hellmann für das innovative Konzept, das zudem auf Strom aus regenerativen Quellen setzt.

Zu verwirklichen wäre es wohl nur, wenn Bund und Land einen Großteil der Kosten im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes übernehmen würden. Dafür müsste die Bahn allerdings bis zum Jahr 2019 ins Rollen kommen. Für den großen Studentenansturm, den die Stadt wegen des doppelten Abiturjahrgangs im kommenden Jahr erwartet, käme die Campusbahn dann allerdings zu spät, bemerkte ein Besucher des AN-Forums. Und für den FWG-Ratsherrn Hans-Dieter Schaffrath spielen die Förderquoten von Bund und Land keine große Rolle, „das sind alles Steuergelder”.

Die FDP lehnt die Pläne deshalb ab. „Mir sind intakte Schulen, Straßen, Theater oder Schwimmbäder lieber als die Stadtbahn”, sagte ihr Sprecher Peter Blum. Zustimmung signalisierten hingegen Grüne, SPD und Linke. Die CDU hat sich nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Harald Baal „noch nicht abschließend positioniert”. Ende der 90er Jahre waren die Christdemokraten noch klar gegen eine Stadtbahn. „Aber jetzt tauchen Probleme auf”, so Baal, „die wir anders nicht lösen können.”
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