Buschtunnel: Gewaltiger Lärm mitten in der Nacht

Von: Benjamin Jansen
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Aachen. Eigentlich will René Paland erst um 6.50 Uhr geweckt werden. Ohrenbetäubender Lärm reißt ihn aber schon vier Stunden früher aus dem Schlaf.

„Ich hatte das Gefühl, dass in meinem Garten Bauarbeiter stehen, die mit einem Vorschlaghammer auf Eisenblöcke einschlagen”, erzählt er. So oder so ähnlich lief es auch ab - allerdings nicht in Palands Garten am Brüsseler Ring, sondern im nahegelegenen Buschtunnel. Dort wurden in der Nacht zum Dienstag sogenannte Rammpeiner für die Mastfundamente der Oberleitungen in den Boden getrieben - was nicht nur Palands Nachtruhe empfindlich störte.

Nach Angaben der Polizei beschwerten sich zwischen 2.30 und 3.40 Uhr knapp 130 Anwohner im Aachener Südviertel über das vorzeitige Ende der Nacht. Verwiesen wurden die verärgerten Anrufer an den Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen, der die Nachtarbeitsgenehmigung ausgestellt hatte.

„Das Ruhebedürfnis der Anwohner steht an erster Stelle. Wir müssen aber auch der Bahn Rechnung tragen, die einen reibungslosen Betrieb gewährleisten muss”, spricht Axel Costard vom Presseamt von einer „Interessenabwägung”.

Denn tagsüber stellt der Euregio Aixpress, der von 6 bis 22.30 Uhr durch den Buschtunnel rollt, das Tor nach Belgien dar - Verspätungen durch Bauarbeiten sind nicht erwünscht. Bleibt also nur die Nacht. „Wir machen das nicht, um die Aachener Bürger zu ärgern, sondern weil es keine Alternative gibt”, betont ein Bahnsprecher.

Sperrpausen werde es ohnehin geben, wenn der eingleisige Betrieb, der im Moment durch die neue Röhre führt, auf den zweigleisigen Betrieb durch beide Röhren umgestellt wird. Ursprünglich sollte diese Umstellung bereits im Dezember 2010 erfolgen, der Zeitplan musste jedoch nach hinten verschoben werden. „Spätestens im letzten Quartal 2011 werden die Züge aber rollen.”

Weitere Nachtarbeiten geplant

Bis dahin müssen sich die Anwohner rund um den Ronheider Berg weiter auf Nachtarbeiten einstellen. „Diese Arbeiten werden aber nicht mehr so laut ablaufen”, relativiert Costard. Per Handzettel sollen die Anwohner über die Maßnahmen der Bahn informiert werden - so wie es auch bei der gestrigen Ruhestörung im Vorfeld stattgefunden haben soll.

„Einen solchen Handzettel habe ich nie bekommen”, ärgert sich Paland. Gut möglich, bestätigt ein Bahnsprecher. Denn: „Wir informieren die Anwohner bis zu einer bestimmten Grenze, weil wir die Straßen nicht mit Zetteln pflastern wollen.” Bei neuerlichen Arbeiten soll der Radius um den Buschtunnel dennoch erweitert werden. Dann wüsste auch René Paland, dass die Nacht früher endet.
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