Aachen - Burtscheider Rosenquelle soll erlebbar werden

Burtscheider Rosenquelle soll erlebbar werden

Von: Werner Czempas
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So soll die neue Medienstation für die Rosenquelle mit dem Quellgebäude aussehen. Im Herbst soll die mit Grauwacke verkleidete Stahlkonstruktion im Kurpark fertig sein. Montage: Frey-Architekten

Aachen. Der Schatz liegt verborgen. Verborgen in grüner Wiese direkt neben den Kurparkterrassen Burtscheid. Versteckt unter einem grau-rostenden Eisendeckel und einer grün gestrichenen Eisenplatte. Wer im Kurpark spazieren geht oder am Brunnen den Panoramablick hinauf zu St. Michael und St. Johann genießt, beachtet nicht Deckel und nicht Platte.

Wer weiß auch schon, dass unter den unscheinbaren, schäbigen Dingern ein kostbares Naturgeschenk sprudelt – das Thermalwasser der Rosenquelle Burtscheid. Der Schatz, die „Gabe der Götter“, wie einige poetisch schwärmen, soll nicht länger ein unsichtbares Dasein als „Kellerkind“ fristen.

Die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen will die Rosenquelle Burtscheid sichtbar und erlebbar machen. Ihre Projektgruppe „Thermalwasserroute Aachen“ hat dazu das Konzept einer „Medienstation“ für die Rosenquelle entwickelt. Aachen verdanke seinen Thermalquellen, den heißesten Quellen Mitteleuropas, seine Existenz. Über Jahrhunderte hätten sie die Geschichte der Stadt bestimmt. Die Thermalquellen aber seien in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr aus dem Bewusstsein und aus dem Stadtbild verschwunden, die meisten ohne Hinweis in Hinterhöfen und unter Kanaldeckeln versteckt. Eine „Thermalwasserroute“ solle deshalb „die Bedeutung der Aachener Thermalquellen wieder erfahrbar machen“.

Eine Station der Route wird die Rosenquelle Burtscheid sein. Die Quelle speist die nahe Kurklinik. Es traf sich günstig, dass die unter dem Rasen des Kurparks liegende Quell-Anlage von der Stadt wegen hygienischer Vorschriften auf modernen Stand gebracht werden musste. Unter den hässlichen Eisenplatten liegen ein Technikraum mit vier Pumpen und einer runden Brunnenkammer. Die Unterwelt war bislang für das Wartungspersonal nur über eine steile Treppe zu erreichen, weshalb auch ein neuer, verbesserter Zugang nötig ist.

Bei aller Modernisierung blieb ein Problem: Wiederum aus hygienischen Gründen muss die gesamte unterirdische Quelle streng abgeschottet bleiben, ein (wasser-)greifbares und sichtbares Quell-Erlebnis für Publikum ist nicht gestattet. So entstand die Idee eines neuen oberirdischen Quellgebäudes. Mit einer großzügigen Spende von 70.000 Euro ermöglicht der Aachener Investor Norbert Hermanns den Bau dieses vom Büro Frey-Architekten entworfenen Quellhauses. Im Herbst soll die mit Grauwacke verkleidete Stahlkonstruktion fertig sein.

Quellgebäude

Mit dem Quellgebäude tritt die Bürgerstiftung Lebensraum mit ihrer Projektgruppe Thermalwasserroute und dem Konzept Medienstation auf den Plan. Die Medienstation hat es in sich: An ihr können Besucher interaktiv über Touchscreen von einem Monitor Infos zu den Burtscheider Quellen abrufen, per Zeitstrahl durch die Jahrhunderte reisen, herausfinden, wie die Quellen einst geschätzt wurden und wie sie die Entwicklung Burtscheids prägten. Die für die heißen Quellen bedeutsame Geologie kann studiert werden, interaktive topographische Karten und animierte Illustrationen helfen dabei. Dem Weg eines Wassertropfens von der Eifel bis zur Rosenquelle wird gefolgt und in einem virtuellen Labor die chemische Zusammensetzung des Heilwassers analysiert.

Vor allem: Die Quelle wird sichtbar, zumindest ein wenig. An einem Wasseraustritt können Besucher das Heilwasser auch fühlen und den Sinterungsprozess (Ablagerungen) beobachten. Weiterer Clou: Auf einer mit Thermalwasser beheizten steinernen Sitzbank lässt sich auch an kühlen Tagen sitzen und an der integrierten Hörstation (Sound-Dusche) den von Schauspielern gelesenen Geschichten lauschen, die prominente Kurgäste aus vergangenen Jahrhunderten berichten. Kindern werden Sagen rund um die Quellen erzählt.

Sichert die Spende von Unternehmer Hermanns den oberirdischen Bau des Quellhauses Rosenquelle und finanziert die Stadt die für die Medienstation erforderliche Hardware (Monitor, Steuerung, Lautsprecher), so bittet die Bürgerstiftung für die professionelle Umsetzung ihres Konzepts um Unterstützung. Sponsoren werden gesucht. Vorsitzende Brigitte Erm: „Interessierte und Institutionen, die sich dem Thema Wasser, Geologie und Geschichte Burtscheids verpflichtet fühlen, können das Projekt mit Anteilen von 20 mal 720 Euro unterstützen.“ Die „720“ steht dabei nur symbolisch für die wärmste Quelle in Burtscheid mit 72 Grad Celsius, auch kleine Beträge von Privatpersonen sind willkommen. Unterstützer werden auf der Sponsorenseite der Medienstation aufgeführt.

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