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Burtscheider Brunnen wird ab August saniert

Von: Georg Dünnwald und Laila Oudray
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Erklärten gestern, dass der Burtscheider Marktbrunnen für 70.000 Euro saniert wird: Engelbert Chaumet und Michael Ferber vom städtischen Immobilienmanagement. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Werden die Bürger demnächst in eine Apotheke rennen müssen, um Burtscheider Thermalwasser zu besorgen? Denn das Öcher und Burtscheider Wasser ist ein Medikament. Das sehen zumindest die Beamten der EU so.

Deshalb kann man ab etwa Anfang Oktober nicht mehr so ohne weiteres mit seinem Pappbecher zum Burtscheider Brunnen am Markt gehen, um sich dort mit seiner täglichen Dosis 63 Grad heißem Wasser zu versorgen. Am Elisenbrunnen ist es jetzt schon unmöglich, ein Glas heißes Wasser abzuzapfen.

Ab Anfang August wird der Brunnen saniert, was gut ist, denn die 1953 erbaute Anlage ist schon seit ein paar Jahren hinfällig. Die Terrakottaplatten sind lose, ein Graffito verunziert die Burtscheider Zisterzienser-Äbtissin, die von der Stele nachsichtig auf ihre Burtscheider Schäfchen blickt, rostig ist so manche Stelle.

Bislang standen zwei Probleme der Sanierung im Weg. Diese Probleme sind gelöst, ein vorzeitiger Baubeginn wurde vom Land gewährt, durch eine Rückstellung ist genug Geld für die 70.000 Euro teuren Arbeiten vorhanden.

Die rechtliche Lage war verzwickter, da das Wasser nach EU-Verordnung ein Medikament ist und kein Thermalwasser. Deshalb darf es nicht für Jedermann so mirnichtsdirnichts zugänglich sein. Warnende Schilder, die auf die Zusammensetzung des Wassers hinweisen, reichen da nicht aus. Wasser abzuzweigen, um es zu trinken oder um es, wie es in früheren Zeiten selbstverständlich war, für den Hausputz zu benutzen - das ist nicht mehr drin.

Engelbert Chaumet, Architekt und bei der Stadt für Baudenkmäler und Brunnen zuständig, erklärt, wie das in Zukunft unmöglich gemacht werden soll: „Ein Auslauf wird geschlossen, die anderen drei Wasserspeier so mit einer Bronzenkonstruktion versehen, dass das Wasser eng an ihnen runterfließt. So, als ob eine Kordel aus Bronze den Wasserstrahl leitet.” Womit die EU-Beamten wieder beruhigter arbeiten können, weil ihre Verordnung erfüllt wird.

Aber warum ist der Brunnen in einem so desolaten Zustand? Wenn Regenwasser hinter die Ziegelsteine des Brunnens fließt, bleibt es „stehen” und gefriert im Winter zu Eis. Bekanntlich dehnt sich das Eis aus, dadurch platzen die Platten ab.

Der Brunnen soll selbstverständlich so lang wie möglich nach der Sanierung intakt bleiben. Deshalb wird das hinter ihm gelegene Blumenbeet abgedichtet und mit einem Regenwasserablauf versehen. Auch die Auflage der Stele bekommt einen Abfluss.

Die aufrechten Platten der Stele sollen aufgehängt statt mit Zement verfugt werden. Worüber die Denkmalpflege die Nase rümpft. Da sind noch Gespräche vonnöten. Denn nach Meinung der Denkmalschützer wird damit zu sehr vom Charakter des Brunnens abgewichen.

„Wir bewahren die Tradition”, sagt Michael Ferber, Chef des Fachbereichs Immobilienmanagement. „Die neuen Platten werden von der Bonner Künstlerin Edle von Frantzius gebrannt, alte restauriert sie”, sagt Chaumet. restauriert werden. Edle von Frantzius ist die Tochter der Aachener Künstlerin Rita Landvogt, die den Brunnen 1953 entworfen hatte.

Bevor der Brunnen entstand, klaffte an dieser Stelle eine hässliche Lücke, die ein im Zweiten Weltkrieg zerstörtes Haus hinterlassen hatte.

Damals überlegten und debattierten die Stadtväter und -mütter, ob an dieser Stelle wieder ein Haus entstehen sollte. Sie entschieden sich jedoch für den Burtscheider Brunnen.

Nach Beendigung der Sanierung wird der Brunnen wieder im neuem Glanz erstrahlen. Die auf der Stele verewigten Figuren, die sanfte Äbtissin des Zisterzienserklosters, der treusorgende Benediktinermönch, der sich um den gichtkranken Alter kümmert und das hart arbeitende Paar mit dem Schermesser und der Spindel werben dann wieder für den Kurort Burtscheid.
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