Aachen - Bunter Kreis gibt Hilfe beim Start in einen schweren Alltag

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Bunter Kreis gibt Hilfe beim Start in einen schweren Alltag

Von: Juliane Kern
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„Damit das Leben zuhause gelingt”, heißt der Leitspruch des Bunten Kreises in der Region Aachen. Der Verein kümmert sich um die sozialmedizinische Nachsorge schwerkranker Kinder und begleitet ihre Familien. Die Sozialmangerin Monika Janssen (Bild) leitet den Verein. Foto: Harald Krömer

Aachen. Als Anna drei Monate zu früh auf die Welt kommt, wiegt sie nicht einmal 600 Gramm. Wochenlang wird sie künstlich beatmet. Als sie endlich aus der Klinik entlassen wird, fühlen sich die Eltern zuhause oft hilflos und überfordert. Für die älteren Geschwister bleibt kaum mehr Zeit.

In Situationen wie dieser, wenn Kinder nach einem langen Klinikaufenthalt immer noch schwerkrank oder besonders pflegebedürftig zu ihrer Familie zurückkehren, hilft der Bunte Kreis in der Region Aachen. Nicht durch medizinische Leistungen oder Pflege, sondern vor allem durch Beratung und Begleitung.

Sieben Fall-Managerinnen, die alle neben ihrem Hauptberuf als Kinder-Krankenschwester auf 400-Euro-Basis für den Bunten Kreis arbeiten, kommen zu den Familien nach Hause, suchen mit den Müttern und Vätern nach einem passenden Kinderarzt, einem geeigneten Pflegedienst, der besten Therapie oder helfen beim Beantragen finanzieller Förderungen. Betreut werden Familien im Umkreis von etwa 50 Kilometern, in Stadt und Kreis Aachen, in den Kreisen Düren und Heinsberg.

„Unsere Fall-Managerinnen nehmen die Familie in ihrer ganzen Komplexität wahr. Sie richten ihren Blick, nicht nur auf das kranke Kind, sondern auch auf die Eltern, die Geschwister”, sagt Monika Janssen, hauptamtliche Leiterin des Vereins. Denn oft gehen mit der schweren Erkrankung eines Kindes viele weitere Probleme einher: Eltern verlieren ihren Arbeitsplatz, geraten in finanzielle Not, die Beziehung zwischen den Ehepartnern wird schwer belastet.

Der Bunte Kreis möchte mit seinem Angebot helfen, dass die Familie mit der neuen, anstrengenden Situation im Alltag umgehen lernt und sie beim Neustart unter erschwerten Bedingungen entlasten. „Wir leisten vor allem Motivationsarbeit, sind für die Familien da und hören zu”, sagt Janssen.

Von den Krankenkassen werden nach einem langen Klinikaufenthalt die Kosten für etwa zwanzig Stunden sozialmedizinische Nachsorge durch den Bunten Kreis übernommen. „Wir bleiben aber solange, wie uns die Familie braucht. Und das ist oft deutlich länger”, erklärt Janssen.

Um die weitere sozialmedizinische Nachsorge zu gewährleisten, ist der Verein also dringend auf Spenden angewiesen. Neben rund 100 Fördermitgliedern unterstützen viele weitere private Spender den Verein.

Doch gerade jetzt, in Zeiten der Wirtschaftskrise, seien Zahl und Höhe der Spenden gesunken. „Wir merken das sehr deutlich”, sagt Janssen, deren - befristete - Stelle von der Aktion Mensch finanziert wird.

74 Fälle im Jahr 2008

Zwischen 20 und 25 Familien betreut der Bunte Kreis laufend, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 74.

Gerne würden Monika Janssen und der ehrenamtliche Vorstand des Bunten Kreises weitere Familien schwerstkranker oder frühgeborener Kinder begleiten, doch weder personell noch finanziell sei das bislang zu leisten. „Wir stoßen leider an unsere Grenzen und können auch Aachen nicht komplett abdecken”, bedauert Janssen.
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