Aachen - Bunte Blumen für Pflanzenfreunde und alte Traktoren für Nostalgiker

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Bunte Blumen für Pflanzenfreunde und alte Traktoren für Nostalgiker

Von: Nina Krüsmann
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Gottes Segen und Bauers Hand e
Gottes Segen und Bauers Hand ernähren das Land: Bei strahlendem Sonnenschein und flankiert von vielen Zuschauern zog gestern der traditionelle Erntedankzug durch Walheim. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Stimmung wie an Karneval und Herbstwetter von seiner besten Seite machten den diesjährigen Erntedankzug in Walheim zu einem wunderschönen Erlebnis für alle Besucher. Jung und Alt hatten sich am Straßenrand versammelt, um die rund 80 Gruppen anzuschauen.

Nach dem Erntedankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Anna ging es an der Albert-Einstein-Straße los: Prächtiger Sonnenschein empfing die Mitwirkenden, die nicht nur aus Walheim und der näheren Umgebung kamen, sondern teilweise aus Köln, Pulheim, Euskirchen und sogar aus dem benachbarten Ausland anreisten. Vor dem Jakob-Büchel-Haus an der Prämienstraße wurde jeder einzelne Teilnehmer offiziell präsentiert und begrüßt. Beim Frühschoppen versammelten sich hier Hunderte Schaulustige, um die bunt geschmückten und liebevoll dekorierten Wagen zu sehen.

Der Bezirksbürgermeister Eberhard Büchel führte den Zug standesgemäß in einer Kutsche an. Herrlich bunte Blumenpracht erfreute auf vielen Wagen die Zuschauer. Kreativ zeigten sich die Kinder der katholischen Kindertagesstätte St. Anna: Sie hatten sich als Kühe verkleidet. Haus- und Hoftiere gehören auch dazu. Niederländische Kaltblüter folgten im Wechsel mit Berner Sennenhunden und Eseln. Sogar eine Falknergruppe mit ihren prächtigen Greifvögeln gehört zu den treuen Teilnehmern. Auf einem Wagen fanden sich sogar drei Heidschnucken. Nostalgiker erfreuten sich an sorgsam restaurierten landwirtschaftlichen Gerätschaften und Fahrzeugen.

Die Interessengemeinschaft Traktorfreunde aus Aachen präsentierte ihre schönsten Stücke. Aufmerksam in Augenschein genommen wurden Ackerwagen für die Kartoffelernte, ein Milchwagen und ein fahrbares Sägewerk zum Holzspalten. Vom Möhrenwagen konnte der eine oder andere am Wegesrand sogar eine Kostprobe vom Möhreneintopf ergattern. Auch jahreszeitlich passender Federweißer wurde verkostet. Begleitet wird der Erntedankzug stets von Musikkapellen und Spielmannszügen aus der Umgebung, die die Jahr für Jahr größer werdende Zuschauerschar musikalisch unterhalten.

Die Musik spielt dazu

Der Spielmannszug aus Walhorn, die Big Band Nütheim-Schleckheim und die Königlichen Spielleute aus Raeren trugen zur Stimmung am Wegesrand bei. Mit den Früchten des Gartens geschmückte Handkarren, prächtig ausstaffierte Pferdegespanne, Wagen mit Kürbissen und Stroh, restaurierte Traktoren und historische Erntegeräte begeisterten überall die Zuschauer. Diese freuten sich über einen Teller Kürbissuppe, frische Äpfel und Birnen, die wie karnevalistische Kamelle verteilt wurden.

Von Kindergruppen mit gefüllten Gemüsekörben bis zum rüstigen Rentner am Akkordeon machen alle voller Elan mit. Das Schmithofer Jungvolk präsentierte sich in historischen Kostümen und stellte die Apfel- und Holzernte dar. Ein Bierwagen warb mit dem Spruch „Hopfen und Malz - Gott erhalts” und ein Holzarbeiter stoppte mit seinem Wagen voller Baumstämme immer wieder, um vor den Augen der Schaulustigen Holz zu spalten. Mit Freude begrüßt wurde auch die Gruppe in folkloristischen Kostümen aus der Partnerstadt Montebourg.

Nach dem Ende des Zuges hatten die Besucher auf dem Platz neben dem Festzelt die Gelegenheit, viele Tiere näher zu betrachten. Die Kinder streichelten Ponys und Esel, während die Erwachsenen sich für die Vorführungen der landwirtschaftliche Maschinen interessierten. Ein Sägewerk in Aktion zu erleben - das hat man auch nicht alle Tage.

Wie in vielen christlichen Gemeinden, feierten die Walheimer das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober, bis 1962 diese Tradition fallengelassen wurde. 1992 griff die Gemeinde St. Anna und das Trommler und Pfeiferkorps Edelweiß Walheim den schönen Brauch wieder auf. Bereits am Freitag hatte das Fest mit Spaß und Spiel begonnen. Am Samstagabend heizte die Coverband „Comeback” im Festzelt ein.

Der Erntedankzug ist stets der große Höhepunkt des dreitägigen Festes. Teilnehmer wie Zuschauer kehrten danach in das geschmückte Festzelt hinter dem Jakob- Büchel Haus ein, um bei zünftiger Musik und kulinarischen Spezialitäten weiter den Frühschoppen zu genießen.
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