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Bunt und alternativ: 35 Jahre Franchipani

Von: NIna Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
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Henna im Haar, Rock im Ethno-Look: Franchipani-Inhaberin Karin van den Akker mag‘s flippig – und will noch lange weitermachen. Foto: Krüsmann

Aachen. Wohl jeder, der in Aachen einmal jung war oder jung geblieben ist, hat schon bei Franchipani gekauft: Seit 35 Jahren handelt es sich dabei um den Kultladen schlechthin für Ausgefallenes und Alternatives.

Inhaberin Karin van den Akker lebt die Mode, die sie verkauft: Ihre Haare färbt sie momentan am liebsten mit roter Hennafarbe, das Kleid zählt zum sogenannten Ethno-Look. Für ihre drei Kinder ist und bleibt die 63-Jährige die „Hippie-Mama“.

Wenn sie erzählt, wie alles angefangen hat, zeigt van den Akker gern alte Fotos aus der Zeit, wo sie ihren allerersten Verkaufsstand an der Adalbertstraße hatte. „Da habe ich Schmuck, Gürtel, PLO-Tücher und Rüschenkleider angeboten.“ 1979 ging es dann an der Hars-campstraße Nummer 6 los: Wo vorher Kupferkram feilgeboten wurde, richtete van den Akker mit ihrer Mutter Käthe ihren allerersten Laden ein.

Damals war Schmuck das Hauptthema. Als dann der Friseur nebenan ging, kam Haus Nummer 4 dazu. „Damals wollte ich eigentlich noch nach Australien auswandern, ich war fasziniert von diesem Land. Doch dann kam alles anders“, erzählt die gebürtige Erkelenzerin, die 1969 nach Aachen kam und zunächst Englisch und Sport studiert hatte.

Damals boomte die Hippie-Mode, indische Klamotten und Schmuck waren angesagt – Hauptsache ausgeflippt. Auf 200 Quadratmetern bieten van den Akker und ihre Mitarbeiterinnen, darunter seit vielen Jahren Esther Huckebrink und Monika Lambertz, „Mode abseits vom Mainstream“, eine unverwechselbare Mischung aus unterschiedlichen alternativen Moderichtungen. „Wir haben Schuhe von Doc Martens und Converse, sind der einzige Schlaghosenanbieter in Aachen und wenn einer eine Röhre, will kriegt er auch die“, schmunzelt van den Akker. Ob, Punk-Welle, Gothic, British Clubwear oder heutzutage der Rockabilly-Trend – van den Akker und ihr Team haben alles miterlebt. Und natürlich haben sie auch die coolen Henna-Haarfärbemittel und punkige Farben in allen Schattierungen parat. Hinhören, was die Kunden sagen, im Laden präsent sein, mit den Leuten quatschen, das sei immer ihre Devise gewesen – nicht zu lange im Büro die Zahlen zählen.

Der Name „Franchipani“ geht auf eine tropische Blume zurück. „Das war eigentlich mehr ein Zufallsprodukt“, meint van den Akker. Dennoch passt es perfekt zu dem bunten Farben- und Mustermix im Laden. Eine Kunststudentin verschönert momentan die Außenwände zum 35. Geburtstag mit Hibiskusblüten und anderen Motiven. Vieles hat van den Akker in den vergangenen Jahrzehnten ausprobiert. „Nicht alles war ein Erfolg. Meine Läden in der Taeter-Passage und in der unteren Adalbertstraße habe ich nach jeweils fünf Jahren wieder aufgegeben“, erzählt van den Akker.

Die vergangenen Jahre seien hart gewesen: Die Baustelle für die Kaiserplatzgalerie hat ihr zu schaffen gemacht. „Hier in den drei Häusern an der Harscampstraße möchte ich so lange weiter machen, wie ich meine Arbeit noch mit Leidenschaft und Spaß tun kann“, betont die Geschäftsfrau, die sich nach 35 Jahren immer noch so frisch und mitten im Leben fühlt wie ihre junge und jung gebliebene Kundschaft.

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