Bunker-Abriss: Schule reagiert flexibel auf Lärm

Von: Heiner Hautermans
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Bunker und Realschule standen sich an der Sandkaulstraße seit dem Zweiten Weltkrieg fast Auge in Auge gegenüber.

Aachen. Knapp eine Woche noch, dann läuten wieder die Schulglocken. Völlig unklar ist, wie der Unterrichtsbetrieb in der David-Hansemann-Schule dann stattfinden wird. Vor allem, in welchen Räumen dann unterrichtet wird.

Keine 50 Meter entfernt vom Schulgebäude steht nämlich immer noch der Baggergigant Hitachi 870 und macht den Hochbunker an der Sandkaulstraße zu Kleinholz. Dort entsteht bekanntlich für 15 Millionen Euro ein Hotel mit154 Betten, dem das Kriegsrelikt im Wege steht.

Eigentlich sollte der Abriss in den Sommerferien erledigt werden, doch der Beginn der Arbeiten verzögerte sich, weil ursprünglich auch Sprengungen geplant und dafür keine Genehmigungen beantragt worden waren. Außerdem dauert der Abbruch länger, weil jetzt mit großem Meißel und Hydraulikzange gearbeitet wird. Bis Ende Oktober wird es, wie berichtet, dauern, bis das Ungetüm aus Stahl und Beton endgültig niedergelegt ist.

Schulleiterin Ilse Zimmermann beantwortete eine entsprechende Anfrage der „Nachrichten“ so: „Der Lärm der Abrissarbeiten stellt auf jeden Fall eine Beeinträchtigung für das schulische Lernen das. Ob wir Klassen im Gebäude verlegen müssen oder ob sogar andere Maßnahmen notwendig werden, prüfen wir und sind dazu auch mit der Stadt im Gespräch.“ Diese Krisengespräche haben inzwischen stattgefunden, aber noch kein eindeutiges Ergebnis erbracht, wie Björn Gürtler vom Presseamt mitteilt: „Wir wissen nicht, was uns erwartet und wie weit die Arbeiten Mitte nächster Woche gediehen sind.“

Knapp die Hälfte der massigen Bausubstanz hat der gewaltige Bagger schon niedergelegt. Lärm verursachen vor allem die Arbeiten mit dem Meißel, mit dem die bis zu zwei Meter starken Außenhäute durchstoßen werden, damit die neun Tonnen schwere Hydraulikzange zum Einsatz kommen und den Stahlbeton zermalmen kann. Letztere Arbeiten unterschreiten sogar nach – mit Eigenmitteln der „Nachrichten“ (heruntergeladene App) durchgeführten – Messungen den in der Abrissgenehmigung festlegten Höchstwert von 60 Dezibel. Gürtler: „Sehr laut ist es vor allem, wenn der Meißel zum Einsatz kommt.“ Der Mann vom Presseamt hofft, dass ab nächsten Mittwoch dieses Rüttelgerät nicht mehr oder kaum noch eingesetzt werden muss und somit das Problem „schon fast gelöst“ sei.

Deswegen gebe es verschiedene Überlegungen, etwa Klassen nur dann spontan umzusiedeln, wenn der Geräuschpegel über Gebühr steige oder gar gänzlich in andere Säle zu verlegen: „Wir wollen abwarten und prüfen, wie laut es wirklich ist und dann flexibel reagieren.“ In der David-Hansemann-Schule gelte nämlich das Lehrer-Raum-Prinzip, sprich nicht die Lehrer wechseln die Klassen, sondern die Schüler.

Über Raumreserven verfüge man wegen des Abgangs der zehnten Klassen und weil die Schule auslaufend geschlossen werde: „Diese Schließung hat im Jahr 2011 begonnen, seitdem werden keine neuen Schüler mehr aufgenommen.“ Auf Beschluss des Rates geht bekanntlich die David-Hansemann-Schule in die vierte Gesamtschule über. Deshalb verfüge man auch bei Bedarf über genügend Ausweichräume, die nicht zur Sandkaulstraße hin gelegen sind.

Niederländische Firma

Beschwerden von Bürgern über den Lärm, den der Riesenbagger einer niederländischen Firma verursacht, habe es noch keine gegeben, teilt Sprecher Gürtler weiter mit. Allerdings habe sich ein Anlieger über die Erschütterungen mokiert, die derartige Arbeiten zwangsläufig verursachen.

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