Aachen - Bunker-Abriss: Schon kommt aus der Nachbarschaft Protest

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Bunker-Abriss: Schon kommt aus der Nachbarschaft Protest

Von: hau
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Dieser Bagger hat ein Loch in den Bunker gemeißelt und arbeitet jetzt im Innern. Im Frühjahr soll der Koloss niedergelegt sein, dann ist mit einer Bauzeit von weiteren zwei Jahren zu rechnen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das war zu erwarten: Kurze Zeit, nachdem am Montagmorgen ein Bagger in der Rütscher Straße angerückt war, um mit dem Abbruch des Hochbunkers zu beginnen, erhebt sich erster Protest aus der Nachbarschaft.

 „Der Abbruchmeißel ist zu laut. Dies hat auch das Umweltamt nach der Ortsbesichtigung bestätigt“, teilte Prof. Christoph Schulten von der Bürgerinitiative Lousberg-Bunker, die sich von der Heftigkeit und Eile der Maßnahmen überrascht zeigt, mit. 

Messungen am Vormittag hätten 95 Dezibel ergeben, viel höher als die in Wohngebieten erlaubten 55 beziehungsweise 65 als Ausnahmen bei Baulärm: „Es besteht für alle Anwohner Gefahr für die Gesundheit.“

Die ist allerdings schon wieder vorbei, wie eine Anfrage der „Nachrichten“ bei der Stadt ergab. Harald Beckers vom Presseamt: „Der Bagger mit dem Bohrmeißel arbeitet jetzt innen.“ Er habe ein großes Loch in die Außenwand geschlagen, um in den Betonkoloss zu gelangen. Das Loch werde provisorisch wieder verschlossen, so dass die Bunkerwände als Schallschutz dienten. Einen Monat lang werde nun das Innere des ursprünglichen Luftschutzgebäudes ausgebaut, das Anfang der 1940er Jahre in aller Eile errichtet worden war. Ab 1959 war der Bunker vom Werkzeugmaschinenlabor genutzt worden, das dort Labore, Prüfstände und Büros einrichtete. Die ursprüngliche Ausstattung wurde dabei komplett entfernt – das Hauptkriterium des Landschaftsverbandes, das Kriegsrelikt nicht unter Denkmalschutz zu stellen.

26.000 Kubikmeter

Vier bis fünf Monate wird es dauern, bis die Fläche im Frühjahr 2014 freigeräumt ist, berichtet Architektin Anais Cosneau von der Landmarken AG. 26.000 Kubikmeter Stahlbeton müssen abtransportiert werden, die 1000 Lkw-Fuhren werden über die Rütscher Straße gehen. Jedes Haus in der Umgebung soll durch einen Gutachter besichtigt werden, zwecks Beweissicherungsverfahren. Denn Vibrationen werde es geben, sagt auch Sprecher Beckers, natürlich auch weiteren Baulärm, aber in wesentlich geringerem Ausmaß: „Man wird wahrnehmen, dass dort gearbeitet wird, aber nicht mehr so störend wie in den ersten eineinhalb Tagen.“

Errichtet werden dort 40 hochwertige Eigentumswohnungen zwischen 70 und 120 Quadratmetern und vier bis fünf Stadthäuser an der Försterstraße, dazu eine zweigeschossige Tiefgarage mit 60 Plätzen. Für beides gebe es schon viele Interessenten. Ein erstes Konzept, das keinerlei Begeisterung beim Architektenbeirat ausgelöst hatte, werde derzeit überarbeitet. Anfang 2014 werde ein zweiter Entwurf vorgelegt. Architektin Cosneau: „Wir wollen etwas Tolles dahin setzen.“

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