Aachen - Bundesverdienstkreuz für Prof. Klaus Lehmann

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Bundesverdienstkreuz für Prof. Klaus Lehmann

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Ausgezeichnet: Professor Klaus Lehmann. Foto: R. Roeger

Aachen. „Er hat seinen Beruf als Berufung gelebt und dabei vielen schmerzgeplagten Patienten geholfen“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp, als er jetzt Prof. Klaus Lehmann das Bundesverdienstkreuz erster Klasse überreichte.

Lehmann habe sich durch sein jahrzehntelanges Engagement im medizinischen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben, so Philipp. „Seine innovativen Forschungen zur Schmerzbekämpfung und die von ihm konzipierten medizinischen Lösungen haben eine schmerztherapeutische Behandlung in Deutschland entscheidend gefördert“, sagte er.

Er habe sich von klein auf für Naturwissenschaften interessiert, meinte Lehmann in seiner Dankesrede. Er studierte Chemie und Medizin und promovierte in beiden Fächern. Nach der Approbation als Arzt war er vier Jahre lang als Notarzt der Stadt Aachen tätig. 1984 wurde er am Institut für Anästhesie der RWTH Aachen habilitiert. Im Jahr darauf wurde er als Professor für Anästhesie an die Universität zu Köln berufen. Dort war er von 2007 bis 2011 Prodekan für Lehre und Studium.

Zur Medizin war er zwar erst in einem zweiten Anlauf gekommen. Dann war es aber schnell die Schmerztherapie, die seinen Forschungsgeist nicht ruhen ließ, auch wenn es dabei an Stolpersteinen nicht mangelte, wie er selber meint. „Prof. Lehmann hat sich um die patientengesteuerte Schmerzbekämpfung verdient gemacht und eine in Aachen entwickelte Morphin­therapie zu einer Patientenkontrollierten Analgesie (PCA) weiterentwickelt“, führte Philipp aus. Diese Methode, bei der der Patient selber die Dosierung des Schmerzmittels bestimmt, werde heute leicht modifiziert europaweit eingesetzt und ermögliche Frischoperierten eine bislang unerreichte Lebensqualität. Gemeinsam mit Kollegen aus den USA, England und Skandinavien habe sich Prof. Lehmann um diese neue Methode der Schmerzbekämpfung bemüht, so Philipp. Darüber hinaus entwickelte er gemeinsam mit Aachener und Kölner Kollegen das erste marktfähige Schmerzpflaster, das vor allem Krebspatienten Erleichterung bringt.

Mitglied der Schmerzgesellschaft

Seit 1984 ist Lehmann Mitglied der Deutschen Schmerzgesellschaft und war dort auch zwei Perioden als Präsident aktiv. Er stärkte die Rolle der Schmerztherapie in der Öffentlichkeit und engagierte sich für die Aus, Fort- und Weiterbildung in der Schmerztherapie. Denn noch heute sei unter Medizinern viel zu wenig bekannt über den Umgang mit dem Schmerz, meinte Lehmann. 1995 rief er die „Schmerzwoche Mayrhofen“ ins Leben: Dabei geht es um einen interdisziplinären Austausch von medizinischen Fachleuten aller Fächer zum Thema Schmerz und zur Schmerztherapie. Lehmann ist vielfach ausgezeichnet. Dennoch habe er sich nicht vorstellen können, eines Tages die Rathausstufen emporzusteigen, um einen Orden zu empfangen. „Ich nehme ihn im Namen aller Beteiligten an“, erklärte er.

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