Büros und Praxen als Orte der Zuflucht

Von: Martina Stöhr
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Aachen. „Wir rennen offene Türen ein mit unserem Projekt”, sagt Josef Kunze, einer der Initiatoren der Aachener Schutzhütte. Der frisch gegründete Verein will Kindern und Jugendlichen zur Seite stehen, die in gefährliche Situationen geraten und eine Zuflucht brauchen.

Künftig sollen sie in entsprechend gekennzeichneten Geschäften, Büros oder Praxen eine Anlaufstelle finden.

Kunze wäre froh gewesen, wenn es in seiner Jugendzeit ein solches Angebot gegeben hätte. Er lebt seit seiner Geburt am Kronenberg und kann sich an die eine oder andere Situation erinnern, in der er über ein beherztes Eingreifen seiner Mitbürger froh gewesen wäre. „Wir wollen die Menschen bewegen, nicht mehr wegzuschauen”, sagt er und fordert seine Mitbürger zur Zivilcourage auf.

Er und sein Kollege im Vorstand, Reiner Herbst, versprechen sich von dem Projekt zum einen mehr Schutz für Kinder und Jugendliche, zum anderen aber auch eine präventive Wirkung. Sie gehen davon aus, dass es in unmittelbarer Nähe zu Geschäften und Büros, die als Mitglieder der Aachener Schutzhütte gekennzeichnet sind, zu weniger Gewalttaten kommt.

Ob auf Spielplätzen, im Kindergarten, in der Schule oder auf dem Heimweg: Gewalt sei heute an der Tagesordnung, meint der Verein. Unterstützung sollen Jugendliche auch dann finden, wenn sie sich verlaufen haben, einen (Skateboard-)Unfall hatten oder in andere schwierige Situationen geraten.

Erweiterung geplant

Zunächst einmal beschränkt sich die Initiative auf den Bereich, Vaalserquartier, Gut Kullen, Steppenberg und Kronenberg. Später ist eine Erweiterung auf das gesamte Stadtgebiet geplant. Doch bis es so weit sei, gebe es noch eine Menge zu tun, meinen die Initiatoren. Derzeit arbeiten sie an einem Infoblatt und einem Logo, um sich damit auf die Suche nach Sponsoren zu begeben.

Und schließlich müssen sie auch ausreichend Geschäfte, Büros und Praxen finden, die bereit sind, mitzumachen. „Privatpersonen kommen nicht in Frage”, sagt Kunze. Als Schutzhütte seien nur Orte geeignet, an denen es mehrere Mitarbeiter gebe. Schließlich sollen sich die potenziellen Helfer nicht selbst in Gefahr bringen. Die Aachener Schutzhütte will eng mit der Polizei und dem Jugendamt zusammenarbeiten, um die Projektteilnehmer auf ihre künftige Aufgabe vorzubereiten. Die Idee hatten die Initatoren zufälig zur gleichen Zeit, Kunze im Westviertel, Herbst in Laurensberg.

Unterstützung finden sie vor allem im Arbeitskreis Vaalserquartier, in dem sich eine Vielzahl von Einrichtungen und Institutionen zusammengefunden hat, um die Lebensqualität in ihrem Stadtteil zu verbessern. Der direkte Kontakt zu Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen sei für die Arbeit der Schutzhütte unerlässlich, sagen die Initiatoren. Obwohl noch ein weiter Weg vor ihnen liegt, hoffen sie, dass das Projekt nach den Sommerferien offiziell an den Start gehen kann.

Kontakt: Familienzentrum Philipp-Neri-Weg, 0241/870100 und Mail Schutzhuette-ac@web.de
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