Aachen - Bürgerstiftung Lebensraum: „70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen“

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Bürgerstiftung Lebensraum: „70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen“

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Was bedeuten Frieden und Freiheit in meinem Leben für mich?“ Diese Frage samt Beantwortung ist der Ausgangspunkt für ein groß angelegtes Projekt der Bürgerstiftung Lebensraum. Es soll mit vielen Teilprojekten in eine öffentliche Abschlussveranstaltung am 21. Oktober im Ballsaal des Alten Kurhauses münden.

Zum Hintergrund: Vor 70 Jahren haben amerikanische Truppen die Stadt Aachen befreit. Im Oktober 1944 hatte Hitler noch 5000 Soldaten des Volkssturms in die Region geschickt. Sie wurden unter ihrem Befehlshaber Oberst Gerhard Wilck auf „unbedingtes Halten bis zum letzten Mann“ verpflichtet.

Am 21. Oktober um 12.05 Uhr kapitulierte Oberst Wilck und ging mit 3473 Mann in Gefangenschaft. Insgesamt gelang es den US-Korps in dieser Operation, beinahe 12.000 Gefangene zu machen. So war Aachen die erste deutsche Großstadt, die befreit wurde und sich auf den Weg in Richtung Frieden und Freiheit begeben konnte.

„Wir wollen dieses Ereignis ins Gedächtnis der Aachenerinnen und Aachener zurückrufen“, sagt Hans-Joachim Geupel, Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung Lebensraum. Dabei sollen in den kommenden Wochen nicht nur Zeitzeugen zu Wort kommen, „auch jüngere Leute könnten sich in der Schule mit dem Thema auseinandersetzen“, meint Geupel.

Kurioserweise hat die Bürgerstiftung in Aachen noch keine Schule gefunden, die bei dem Projekt mitmachen will, aus Aachens Partnerstadt Arlington liegt aber schon eine Zusage vor: „Zehn Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Ausgangsfrage. Ihr Beitrag wird dann auch in unserem Buchprojekt ‚70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen‘ veröffentlicht“, erklärt Geupel. Darin sollen neben guten Schüler-Artikeln auch Berichte von Zeitzeugen und eine historische Aufarbeitung der Befreiung zusammengefasst werden. Verantwortlich dafür zeichnen die beiden Historiker Peter Quadflieg und René Rohrkamp.

Gesucht werden jetzt schnellstmöglich Schülerinnen und Schüler, die auf maximal drei Seiten ihre Gedanken zu Papier bringen wollen. Geupel: „Welche Bedeutung hat dieses Thema für Schülerinnen und Schüler heute? Und welche Orientierung für ihre persönliche Zukunft ist damit verbunden? Das sind die zwei großen Fragen, die im Mittelpunkt der Beantwortung stehen sollten.“

Da die Zeit etwas drängt, benötigt die Bürgerstiftung die Beiträge bis zum 1. Juni, damit sie noch Platz in dem Geschichtsbuch finden können. „Aber auch alle Beiträge, die bis zum Jubiläumstag, dem 21. Oktober, bei uns eingehen, sind willkommen“, sagt der Stiftungsvorsitzende: „Alle Teilnehmer erhalten dann auch eine Einladung zu der feierlichen Veranstaltung an dem Tag, in der an das für Aachen so prägende Ereignis des beginnenden Friedens und der beginnenden Freiheit gedacht werden soll.“

Politiker, Zeitzeugen und junge Menschen sollen in Talkrunden zu Wort kommen. Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt hat ihr Kommen ebenso zugesagt wie US-Generalkonsul Stephen Hubler aus Düsseldorf. Mit Blick in die Ukraine, nach Thailand oder zurückliegend in die Staaten Nordafrikas, so Geupel, sei es geradezu „zwingend notwendig, auch in unserer Gesellschaft, hier in Aachen, sich mit den Werten von Frieden und Freiheit auseinanderzusetzen“.

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