Aachen - Bürgerinitiative spricht von „Mauer des Schweigens“

Bürgerinitiative spricht von „Mauer des Schweigens“

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Von einer „Mauer des Schweigens” sprach Architekt Dietmar Spiegel im Bürgerforum, als sich das Gremium in einer zweistündigen Debatte mit dem Antrag der Bürgerinitiative Lousberg-Bunker beschäftigte, den Bunker als historisches Zeitzeugnis unter Denkmalschutz zu stellen. Bei der Suche nach den Gründen für diese Mauer des Schweigens, so Spiegel, stoße man auch aufs Geld.

Die Stadt sei bei einem Abriss des Bunkers und dem geplanten Neubau einer Wohnanlage über die kreditfinanzierende Sparkasse indirekt „Partner eines schönen Finanzierungsprojekts”.

Spiegels Erklärung wurde von mehreren Politikern als Unterstellung und Verdächtigung zurückgewiesen. Gleichwohl blieb unter den Zuhörern ein merkwürdiger Eindruck zurück. Der rührte daher, dass die Politiker zwar die historische Bedeutung des Bunkers in teilweise sehr emotional und persönlich-familiär gehaltenen Erinnerungen und Abwägungen keineswegs bestritten, dennoch seine „Unterschutzstellung” mit nahezu gleichlautenden Begründungen ablehnten. Sie ließen sich auch nicht umstimmen durch Dietmar Kottmann, den früheren Rechtsdirektor der Stadt, immerhin 33 Jahre als Jurist in städtischen Diensten, davon 25 Jahre auch für das Denkmalschutzrecht verantwortlich. Kottmann zu dem den Bürgerantrag ablehnenden Beschlussvorschlag der Verwaltung: „Diese Vorlage hätte ich nicht mitunterzeichnet.”

„Der Bunker ist mangels Denkmalschutzeigenschaften nicht erhaltenswert”, erklärte beispielsweise Ralf Otten (CDU). Das war Tenor auch der anderen Fraktionen, lediglich die FDP äußerte sich nicht, stimmte aber ebenfalls gegen den Bürgerantrag.

Das Verhalten der Politiker stand im krassen Gegensatz zur Meinung der zahlreichen Bürger, die sich teilweise leidenschaftlich für den Erhalt des Bunkers einsetzten. Immer wieder wurde auf die Erinnerungstafeln am Bunker hingewiesen. Dort wird ausdrücklich vermerkt, dass an diesem Ort in Aachen der Weg zu Freiheit und Demokratie in Deutschland begann. Eine Bürgerin: „Wieso stehen denn fünf andere Bunker in der Stadt unter Denkmalschutz?“ Eine Frage, die Monika Krücken von der Unteren Denkmalbehörde gewunden damit zu beantworten versuchte, dass beispielsweise am Bunker Kasinostraße die ursprüngliche „Verankerung” noch sichtbar sei. Fünf Hochbunker sind in Aachen geschützt: Goffartstraße, Junkerstraße, Kasinostraße, Scheibenstraße und Wittekindstraße.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert