Aachen - Bürgerforum: Freigabe der Fußgängerzone Burtscheid für Radfahrer?

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Bürgerforum: Freigabe der Fußgängerzone Burtscheid für Radfahrer?

Von: Gerald Eimer
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Der beste Weg von Burtscheid in Richtung Innenstadt führt für Radfahrer durch die Fußgängerzone. Nun fordert eine Anwohnerin auch offiziell die Freigabe der gerne genutzten Route. Die Kurverwaltung sorgt sich jedoch um die Sicherheit der Kurgäste. Und die Politik ist gespalten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone - ein Thema mit höchstem Streitfaktor. Und so prallen schon im Vorfeld der für Dienstagabend anberaumten Diskussion über die Freigabe der Fußgängerzone Burtscheid für Radfahrer die Meinungen heftig aufeinander.

Im Bürgerforum befasst sich die Politik mit dem diffizilen Thema, das Ursula Bender aus Burtscheid angestoßen hat. Viel Schweiß hat sie vergossen, bevor sie ihren Bürgerantrag überhaupt geschrieben hat. „Ich kenne die Alternativen aus eigener körperlicher Anstrengung”, sagt die in Mönchengladbach tätige Verkehrsplanerin.

Die Strecke von ihrer Wohnung in der Malmedyer Straße zum Hauptbahnhof legt sie täglich mit dem Rad zurück - auf wechselnden Routen. Nur eine davon ist wirklich angenehm, doch ausgerechnet diese führt durch die Fußgängerzone und ist somit eigentlich verbotenes Terrain.

Gefahren für Kurgäste?

Ursula Bender würde das gerne ändern, weiß jedoch, dass sie die gesamte „Kur-Lobby” gegen sich hat, die sie als „sehr stark und kompromisslos” einschätzt. Tatsächlich hat sich Werner Schlösser, Chef der Kurverwaltung, bereits vehement gegen eine Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer ausgesprochen. Vor allem für die gehbehinderten Kurgäste seien Radfahrer ein erhebliches Risiko, warnt er.

„Absolut prekär” würde es seiner Einschätzung nach im Bereich am Abteitor und am Burtscheider Markt werden. Zum einen gebe es eine gefährliche Engstelle am Brunnen, zum anderen gebe es viele Aktivitäten am Markt, etwa Freiluft-Schach, aber auch Außengastronomie.

Schlösser verweist daher auf die beiden Alternativrouten, die Ursula Bender „problemlos” nutzen könne. Sie führen entweder über Eckenbergerstraße, Krugenofen und Burtscheider Brücke oder über Viehhofstraße, Friedrich-Ebert-Allee und Kurbrunnenstraße und sind damit eben nicht so problemlos, wie Schlösser glaubt. Starke Steigungen, lange Umwege und viel Verkehr machen sie so unattraktiv, dass schon jetzt viele Radfahrer unerlaubterweise durch die Fußgängerzone fahren.

Das Fahrrad sei die wichtigste umweltfreundliche Alternative zum Auto, meint Ursula Bender. Daher müsste die „fahrradfreundliche Stadt” ihrer Meinung nach ein Interesse daran haben, die „kürzeste, sicherste und komfortabelste” Verbindung zu legalisieren. Konflikte mit Kurgästen ließen sich durch eine gute Beschilderung oder Markierungen begrenzen, meint sie.

„Man muss es zumindest mal ausprobieren.” Dass es unter Radfahrern auch rücksichtslose Rowdys gibt, weiß sie. „Aber das ist nicht die Masse.” Sie sei daher sehr gespannt, wie die Politik entscheiden wird.

Eher skeptisch zeigt sich im Vorfeld der Ausschussvorsitzende Karl Schultheis (SPD). Wegen der gehbehinderten Kurgäste sei die Burtscheider Fußgängerzone nicht mit den Bereichen vergleichbar, in denen bereits das Radfahren erlaubt sei - etwa am Münsterplatz.

Zwiegespalten geben sich auch die Grünen und die CDU. „Eine kontrollierte Nutzung ist manchmal besser als die Duldung”, meint Ralf Otten (CDU). Andererseits erkennt er die Gefahren für Kinder und Menschen auf Krücken oder mit Rollatoren. „Da sind die Radfahrer die Stärkeren.” Eine möglichst breite Diskussion wünschen sich die Grünen, die sich in Burtscheid ebenso wie die CDU eine Art „Shared Space”, also einen von Radlern und Fußgängern gemeinsam genutzten Raum, vorstellen können.

Voraussichtlich wird sich damit demnächst der Mobilitätsausschuss befassen. Zunächst aber ist das Bürgerforum gefragt: Es tagt am Dienstag ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
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