Bürger wünschen mehr Stil für die Viktoriaallee

Von: Wolfgang Schumacher
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Das laute Pflaster der Viktoriaallee ist wie ein Flickenteppich. Ein Flüsterasphalt soll nach dem Umbau für mehr Ruhe sorgen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit großem Aufgebot stellte sich die Stadtverwaltung den Bürgern und Anliegern rund um die Viktoriaallee. Im Josefshaus trafen sie auf etwa 50 Interessierte, darunter auch OB-Kandidat Marcel Philipp (CDU).

Sie alle wollten sich die Erneuerungspläne für die altgediente Allee zwischen der Pfarre Herz Jesu über die Bismarckstraße hinaus bis zur Oppenhoffallee anhören.

Uwe Müller und Karin Hahnbück vom Fachbereich Verkehrsanlagen legten zwei Ausbauvarianten vor, die sich in wenigen, aber doch wichtigen Details unterscheiden.

Die dringend notwendige Sanierung der seit etwa 50 Jahren kaum mehr veränderten Wohnstraße im Frankenberger Viertel ist laut Regina Poth, ebenso zuständig für Straßen- und Verkehrslagen, dringend erwünscht und auch rechtlich notwendig. Denn allzu desolat ist inzwischen die gepflasterte Fahrbahnoberfläche der Allee aus der Gründerzeit.

Verkehrsberuhigung

Einige Basisdetails scheinen allerdings schon einigermaßen unstrittig zu sein. Die komplette Allee soll bis zur ihrem Anschluss an die Turpinstraße, also nach der Kirchenumfahrt, Tempo-30-Zone werden. Was die Bismarckstraße im zentralen Bereich zwischen Schlossstraße und Viktoriaallee ja bereits ist. Weiter wird laut Planung ein Kreisverkehr die bisherige Ampelanlage an der Kreuzung Bismarckstraße/Viktoriaallee ersetzen.

Ob dieser Kreisverkehr nun in einer kleinen Ausführung oder in der von der Verwaltung vorgeschlagenen großen Lösung mit grünem Innenbereich angelegt werden soll, darüber gab es bei den Bürgern unterschiedliche Auffassungen. Der Vorschlag aber, den Innenbereich des Kreisverkehrs wie etwa am Pastor- oder Suermondtplatz für Fußgänger begehbar zu machen, leuchtete spontan ein und wurde von Müller den Anregungen für die politische Beschlussfassung in den Ausschüssen und der Bezirksvertretung beigefügt.

Denn begründbar sei kaum, argumentierten die Anlieger, dass der jetzt neu begehbare innere Alleenbereich durch den Kreisverkehr ohne Querungsmöglichkeit unterbrochen werden solle.

Heikles Thema Parkplätze: Für den verkehrlichen Ausbau der Allee, der die Bedürfnisse der Feuerwehr berücksichtigen muss, gibt es zwei Varianten. Die eine sieht den Rückbau der Bürgersteige um 70 Zentimeter von jetzt drei Metern Breite auf 2,30 Meter vor. In dieser Variante reduzieren sich die längs zur Straße liegenden Parkplätze in der Allee um vier von 169 auf 165. Gehe man nicht an die Bürgersteige heran, müssten an dem Alleenstreifen - das ist die Variante 2 - Halteverbotszonen geschaffen werden, die den Platz für die Drehleiterwagen der Feuerwehr bei Einsätzen freihalten würden. Das koste die stattliche Zahl von 35 Parkplätzen.

Die Varianten unterscheiden sich ebenso bei der Kirchenumfahrt von Herz Jesu. In beiden Vorschlägen soll die Durchfahrt unterhalb von Herz Jesu (dort stehen Container) geschlossen werden - was zu spontanen Protesten der Anlieger führte. Zur Disposition wird wahrscheinlich nun der Verwaltungsplan stehen, an der unteren Einfassungsmauer des Kirchplatzes einen kleinen Bürgersteig einzurichten - unnötig, meinen die Bürger, das koste nur Parkraum, sogar die Bäume dort sollten weggenommen und wieder neu gepflanzt werden.

Dispute mit der eher ablehnend und teilweise harsch diskutierenden städtischen Vertreterin Regina Poth zog das Thema „Straßenbelag” nach sich. Mehr als eine Asphaltdecke, stellte Poth fest, sei nicht drin, für die Bürgersteige seien normale Betonplatten vorgesehen: „Das können Sie sich bald im Reichsweg ansehen”, beschied Poth die Frager. Neues Kopfsteinpflaster sei, wenn überhaupt nach der Bauordnung zulässig, kaum finanzierbar, wehrte Poth ab.

Manche hatten sich angesichts der „wunderschönen Allee” eine weniger „einfallslose” Ausführung gewünscht. Müller wies darauf hin, dass etwa an der Kreuzung Frankenberger Straße - dort sollen die „Alleenköpfe” abgerundet und neu gestaltet werden - wie auch am Übergang zur Turpinstraße durchaus Aufpflasterungen und farbliche Abhebungen auf dem Asphalt vorgesehen seien.

Die gesamte Baumaßnahme kann bereits jetzt in die Ausführungsplanung gehen, weil Mittel aus dem Konjunkturprogramm des Bundes verfügbar sind, etwa 1,1 Millionen Euro soll die ganze Sache koste.

Anliegerbeiträge

Natürlich, das erklärte Inge Schreiber vom Bereich Bauservice, werden Anliegerbeiträge nach der gültigen kommunalen Satzung fällig. Erste Berechnungen ergäben, so Schreiber, für drei- bis fünfgeschossige Häuser Beiträge pro Grundstück zwischen 4300 und 5300 Euro.

Manchen war das zu viel. Eine Stimme forderte, doch alles so zu lassen, wie es ist. Das allerdings ist die einzige Variante, die nicht funktioniert, war die Meinung der Fachleute - schon alleine wegen der Schlaglöcher und des hohen Verkehrslärms durch die alte Pflasterung. Der neue Asphalt soll dann folgerichtig ein Flüsterasphalt werden. Die Forderung nach Zebrastreifen an den Kreuzungen wurde mit Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen in einer Tempo-30-Zone abgelehnt. Wenn alles klappt und die politische Beratung problemlos verläuft, kann ab Anfang 2010 mit dem Ausbau begonnen werden.

Anregungen der Bürger sind weiterhin erwünscht unter 0241/4326109 oder als E-Mail an presse@mail.aachen.de
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