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Bündel von Maßnahmen für einen verbesserten Winterdienst

Von: Heiner Hautermans
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Da war doch was: Am 26. Novemb
Da war doch was: Am 26. November 2010 setzte in Aachen der große Schnee ein. Und so sah es dann auf den Straßen aus, hier die Rathausstraße in Laurensberg. Der Räumdienst kam kaum noch mit. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ziemlich genau auf den Tag ein Jahr her ist es, dass 2010 der große Schnee über Aachen kam. Am 26. November ging es los und steigerte sich bis Weihnachten zu einer gut einen halben Meter starken Decke, die sich über die Straßen und Häuser legte und das öffentliche Leben fast zum Erliegen brachte.

Besonders für den Verkehr hatte das einschneidende und von vielen Betroffenen beklagte Folgen. Busse kamen zeitweise überhaupt nicht durch, die Schneeberge an den Straßen wurden so hoch, dass man überlegte, mehr Einbahnstraßen einzurichten, die Flächen zum Abkippen wurden knapp, alte Menschen konnten auf schlecht geräumten Bürgersteigen ihre Wohnung kaum noch verlassen. Ein Szenario, das die SPD veranlassten, Fragen zu stellen und Verbesserungen vorzuschlagen.

Der Stadtbetrieb hatte sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine ausführliche Vorlage für den gestern tagenden Betriebsausschuss vorbereitet. Die wurde jedoch nicht behandelt, weil auf Antrag von CDU und Grünen fast alle Tagesordnungspunkte von der Tagesordnung abgesetzt wurden. Begründung: Die Unterlagen seien nicht rechtzeitig genug zugestellt worden, eine qualifizierte Beratung der teilweise komplexen Themen - darunter die Anmietung eines Recyclinghofes - habe nicht stattfinden können.

Ferdinand Corsten (CDU) „Wir haben Beratungsbedarf. Das hat auch was mit Respekt vor dem Gremium zu tun.” Die Leitung des Stadtbetriebs streute Asche auf ihr Haupt und versprach Besserung. Jochen Luczak (Grüne) wollte ein Exemplum auch für andere Gremien statuieren: „Auch die Mitglieder des Planungsausschusses sind nicht glücklich damit, dass sie Unterlagen oft auf den letzten Drücker bekommen.” Vorsitzender Claus Haase schlug noch eine Sondersitzung in der nächsten Woche vor, doch auch das fand keine Gnade bei Schwarz-Grün. Das Thema Winterdienst wird nun in der routinemäßigen Märzsitzung behandelt.

Das ändert aber nichts daran, dass der städtische Winterdienst einige Punkte anders handhaben wird. So sollen die Informationen über die jeweiligen Dringlichkeitsstufen für den maschinellen Winterdienst deutlich besser fließen, und zwar auf www.aachener-stadtbetrieb.de.

Über Rechte und Pflichten bei der Schneebeseitigung informiert auch eine Broschüre, die in 90.000 Exemplaren verteilt wird, auch der Abfallkalender wird Angaben zum Winterdienst enthalten. Das 1500 Kilometer lange Aachener Straßennetz ist nämlich in drei Stufen eingeteilt. 555 Kilometer Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen werden von rund 300 Mitarbeitern ab 4 Uhr in der Früh als erste geräumt, danach folgen 457 Kilometer Verbindungs- und Wohnsammelstraßen, am Schluss reine Wohn- und Anliegerstraßen. Weiter 270 Mitarbeiter befreien Kreuzungen, Überwege, Fußgängerzonen, Geh- und Radwege sowie Brücken von Schnee und Eis. Den Grundstückseigentümern obliegt diese Aufgabe vor ihren Immobilien. Wer Pech hat und an einer Bushaltestelle wohnt, muss auch diese freihalten.

Mit der Aseag hat man ebenfalls gesprochen und sie auf Eigenvorsorge hingewiesen: „Der Personenkollektivverkehr hat sich durch Winterbereifung oder Schneeketten selbst zu schützen”, heißt es in der Vorlage lapidar. Allerdings habe man Änderungswünsche bei den Dringlichkeitseinstufungen der 1200 Straßen berücksichtigt, damit der ÖPNV aufrechterhalten werden kann. So wurden für 145 Straßen Räumpläne entwickelt. Die temporäre Ausweisung von Einbahnstraßen wird jedoch als problematisch angesehen und soll die Ausnahme bleiben, weil die Verkehrsteilnehmer wahrscheinlich nicht auf die Verkehrszeichen achten würden. Auf städtischen Grundstücken sind inzwischen zwölf Schneeabladeflächen festgelegt werden, weitere können von Landwirten angemietet werden.
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