Bücher ausleihen, rund um die Uhr und noch dazu kostenlos

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
6891730.jpg
Weihten jetzt den neuen Bücherschrank in der Heinrich-Hollands-Straße ein: (v.l.) Monika Mann-Kirwan, Mario Wagner (IG Aachener Portal), Silke Gartner (Stadtteilbüro Aachen Nord), Architekt Hans-Jürgen Greve und Garten- und Landschaftsbauer Klaus Bömeke. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Eine Bibliothek macht es möglich, dass einer den Marx sucht, den Schopenhauer findet und die Bibel entleiht.“ Was der deutsche Lyriker Ernst Reinhold Hauschka einst sagte, wiederholte jetzt Mario Wagner, Vorsitzender der IG Aachener Portal. Gemeinsam mit anderen schaute er in der Heinrich-Hollands-Straße 6 in ein Bücherregal, das in Glas eingerahmt auf dem Bürgersteig steht.

Darin: Mathematik-Ratgeber, Gedichtbände, Romane und ein Buch über Jesus. „Das ist eine Zweigstelle der Öffentlichen Bibliothek“, feixte Wagner, der längst weiß, das solch ein Bücherregal gut ankommt. „Seit einem Jahr steht an der Passtraße/Ecke Grüner Weg auch solch ein Regal. Wir wissen, dass diese Idee gut ankommt und gepflegt wird.“

Die Idee: 24 Stunden an jedem Tag in der Woche Bücher entleihen. Kostenlos. Als kurze Beschreibung steht auf dem Regal: „Suchen Sie ein Buch, das Sie neugierig macht. Nehmen Sie das Buch mit nach Hause und bringen Sie es zurück, wenn Sie wollen. Oder behalten Sie es.“

„Die Bücher finden den Weg rein und den Weg wieder raus. Die Erfahrung zeigt: Das Angebot in dieser Bibliothek ist reichhaltig“, sagte Mario Wagner. Damit die Bücher vor dem Wetter geschützt sind, ist der Schrank regendicht und massiv. Das hat gekostet. „6000 Euro. Die hätten wir nicht alleine aufbringen können“, sagte der IG-Vorsitzende. Also half der Verfügungsfonds. Dieser Fonds ermöglicht die finanzielle Unterstützung von Projekt-Ideen und Mitmach-Aktionen im und für den Stadtteil Aachen-Nord.

Künstlerische Ideen, Aktivitäten zur Belebung der Nachbarschaft, Sport und Gesundheit: Alles ist möglich, wenn das Projekt zum Ziel hat, das soziale Miteinander zu fördern. Für den Bücherschrank gab es eine 80-prozentige Förderung, 20 Prozent sind selbst aufgebracht worden. „Vielleicht setzen sich Menschen im Frühjahr auf die Bank hinter dem Regal und lesen einander vor“, wünschte sich Mario Wagner bei Temperaturen, die zu kalt waren, um sich vor dem Bücherregal in ein entdecktes Buch zu vertiefen. Aber das konnte ja sofort mit in die Wärme genommen werden. Ohne Ausleihzettel und ohne Jahresbeitrag.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert