Buch über das Ponttor: 30 Jahre Arbeit für Ernst Schiffer

Von: Martina Stöhr
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Sichtlich entzückt ist Ernst Schiffer, wenn er sein Buch „Das Ponttor“ in den Händen hält. Rund 30 Jahre lang hat er allerlei Material dafür gesammelt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Was ursprünglich als kleines Heft geplant war, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem umfassenden, 400 Seiten starken Werk über das Ponttor, mit „hervorragendem Bildmaterial“, wie Fachleute dem Verfasser Ernst Schiffer bescheinigten, als sein Buch „Das Ponttor“ am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

30 Jahre lang hat Schiffer daran gearbeitet und dabei wohl so gut wie alles zusammengetragen, was es über das Ponttor zu sagen gibt. Er lernte das Bauwerk als Mitglied der „deutschen Jungenschaft“ kennen, und war schon damals so fasziniert von seinem besonderen Reiz, dass er sich später als Autodidakt an die Recherchearbeit machte.

Mit Hilfe des Grenz-Echo-Verlags, der DeTeMa, die das Design des Buchinneren gratis übernahm, und der finanziellen Unterstützung durch die „Neumann und Esser Stiftung“ gelang also ein Buch, dem laut Helmut Falter, Geschäftsführer der Mayerschen Buchhandlung, eine breite Leserschaft zu wünschen ist. „Sprechen Sie über dieses Werk und empfehlen Sie es weiter“, riet er den Gästen, die sich zur Buchpräsentation im Ponttor eingefunden hatten.

Laut Schiffer zählt das Aachener Ponttor zu den bedeutendsten, erhaltenen Toren mittelalterlicher Grenzbefestigungen. Es verband die belebte Pontstraße als eines der vier Haupttore Aachens mit der bedeutenden Straße Richtung Maastricht und Roermond. Noch heute präsentiert es sich mit Haupttor, Zwinger sowie Vortor mit Doppeltürmen, und ist insgesamt in gutem Zustand.

Neben dem Ponttor ist nur noch das Marschiertor von den ehemals elf Stadttoren erhalten. Und obwohl Schiffer nun den Schlusspunkt seiner jahrelangen Recherche gesetzt hat, lässt das Thema ihn dennoch nicht los. Denn über das genaue Alter des Daches gebe es möglicherweise neue Erkenntnisse, meinte er zum Vergnügen der Gäste.

Das Buch beschreibt die Baugeschichte des Ponttors und skizziert dabei auch die umliegenden Häuser. Außerdem wird das Tor als wehrtechnische Anlage, als Zentrum der Ponttorgrafschaft, als Zollgrenzpunkt und später auch als Kornspeicher und Wohnhaus beleuchtet. Und an die Zeit, als das Bauwerk als Heim unterschiedlicher Jugendverbände diente, kann sich Schiffer noch sehr gut selbst erinnern.

Oberbürgermeister Marcel Philipp findet die präsentierte Neuerscheinung in höchstem Maße spannend. „Wir konzentrieren uns zu sehr auf Karl den Großen und die Kaiserpfalz“, sagte er und sprach Schiffer große Anerkennung für dessen Leistung aus.

Dass dem Autodidakten ein großartiges Buch gelungen ist, bescheinigten ihm alle Anwesenden gleichermaßen. „Was mich wirklich umhaut, sind diese Bilder, die Aachen so umfassend darstellen“, meinte Dr. Lutz Henning Meyer, ehemals Referent des Landeskonservators für die Stadt Aachen und Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen, der das Vorwort schrieb.

Insgesamt 317 Fotos, Reproduktionen von Plänen und Dokumenten, Bilder, Grafiken und Postkarten sorgen dafür, dass die genannten Daten und Fakten rund ums Ponttor lebendig werden.

„Dieses Tor hat mehr Glanz verdient“, waren sich alle Anwesenden schließlich einig und beschrieben die derzeitige Straßenführung am Ponttor als katastrophal. Trösten konnte Oberbürgermeister Marcel Philipp sie da nicht. Das sei ein schwieriges Thema und sicherlich nicht auf die Schnelle zu lösen, sagt er.Ernst Schiffer,

(„Das Ponttor – Ein Stadttor neu entdeckt“, Grenz-Echo-Verlag, 29,80 Euro.)

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