Aachen - Brutaler Angriff: Lange Haftstrafe für 19-jährigen Aachener

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Brutaler Angriff: Lange Haftstrafe für 19-jährigen Aachener

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wegen einer lebensgefährlichen Attacke auf einen Mann hat die Jugendkammer des Aachener Landgerichts am Mittwochmorgen einen 19-jährigen Aachener zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Angeklagte hatte am 15. Februar 2012 einen 37-jährigen Mann in Aachen-Haaren mit einem Fausthieb und einem darauf folgenden Tritt so schwer am Kopf verletzt, dass er nur durch mehrfache Operationen am Schädel gerettet werden konnte.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl macht auf die verheerenden Folgen der Tat für den 37-Jährigen aufmerksam. Das sei kein Bagatellstreit gewesen und nachträgliche Entschuldigungen „wie die Zahlung von 500 oder sogar 100.000 Euro” könnten die Folgen nicht mildern, meinte der Richter.

Der Täter, ein bereits wegen Körperverletzungsdelikten aufgefallener junger Mann, habe die Mahnungen und Maßnahmen der Jugendgerichtshilfe in den Wind geschlagen und sei bereits vier Wochen nach einem ausgesprochenen aber noch nicht vollzogenen Jugendarrest wieder straffällig geworden.

Angeklagt war ursprünglich ein versuchtes Tötungsdelikt. Das habe sich in der Hauptverhandlung nicht bestätigt, verurteilt wurde der 19-Jährige nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Bei der Auseinandersetzung zwischen dem Täter und dem Opfer auf einem Garagengelände in Haaren „sei es wohl um Haschisch” gegangen, vermutete der Richter. Auch sei es richtig, dass das spätere Opfer dem Angreifer ein Bein in der Fahrertüre seines Pkw eingeklemmt habe. „Doch von Notwehr kann hier keine Rede sein, er hätte ja wegfahren können”, meinte der Richter.

Bei Jugendstrafen stehe zwar der Erziehungsgedanke im Vordergrund, so der Richter. Es sei aber nicht einzusehen, dass der Täter seinen Schulabschluss auf der Volkshochschule in Freiheit nachmache und das Opfer noch Jahre oder sogar sein ganzes Leben lang mit den Folgen zu kämpfen habe. Damit begründete das Gericht, warum es keine Bewährungsstrafe verhängt hatte.
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