Aachen - Brisanter Fund auf Avantis: Bombe entschärft

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Brisanter Fund auf Avantis: Bombe entschärft

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Ein Münzsammler hat am Donnerstagabend mit seinem Metalldetektor im Gewerbegebiet Avantis eine amerikanische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg aufgespürt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Einen ganz besonderen Fund hat am Donnerstagabend ein Münzsammler gemacht, der mit seinem Metalldetektor im Gewerbegebiet Avantis unterwegs war. Dort stieß er nämlich auf eine amerikanische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg, die vom Kampfmittelräumdienst noch am selben Abend entschärft werden konnte.

Wie die für den Kampfmittelräumdienst zuständige Bezirksregierung in Düsseldorf bestätigte, handelte es sich dabei um eine fünf Zentner schwere Bombe mit 110 Kilogramm Sprengstoff, die mit zwei sogenannten Aufschlagzündern ausgestattet war.

Die entsprechende Alarmierung gelang dann über die niederländische Polizei zur Leitstelle der deutschen Kollegen und schließlich zum Ordnungsamt der Stadt Aachen, die den Einsatz koordinierte. „Wir sind um 19.20 Uhr über den Fund informiert worden“, sagt Einsatzleiter Horst Pütz. Vor Ort eingetroffen sperrten niederländische und deutsche Polizisten den Bereich um den Fundort, der auf deutscher Seite des Gewerbegebiet auf einer Baustelle lag, auf 300 Meter ab, um zu verhindern, dass Spaziergänger oder Jogger, die dort häufig unterwegs sind, in den Schutzbereich gelangen.

„Die Fünf-Zentner-Bombe steckte senkrecht im Boden“, berichtet Pütz, so sei es einigermaßen schwierig gewesen, an die Fünf-Zentner-Bombe heranzukommen. „Aber da auf der Baustelle ohnehin schon ein Bagger stand, hatte die Polizei die Idee, die Bombe damit freizulegen“, erzählt Pütz. Und tatsächlich sei es den Beamten gelungen, einen Baggerführer der betreffenden Baufirma Frauenrath ausfindig zu machen, der das Erdreich bis zu einer Tiefe von 1,80 Meter freilegte. „Alle Achtung“, zollt Einsatzleiter Pütz dem Baggerfahrer großen Respekt, „dafür muss man auch geboren sein.“

Einmal freigelegt, konnte der inzwischen alarmierte Kampfmittelräumdienst um kurz nach 22 Uhr an seine Arbeit gehen. „Ausgerechnet zu dieser Zeit stand ein Schichtwechsel bei der in der Nähe gelegenen Firma Solland Solar Energy an, so dass diese Arbeiter noch in Sicherheit gebracht werden mussten“, berichtet Pütz. Allerdings habe das nur acht Personen betroffen, so Pütz, der augenzwinkernd hinzufügt: „Gottlob ist die Bombe am ,Nabel der Welt‘ gefunden worden.“

Anschließend war alles relativ zügig erledigt, Entschärfer Hellmut Bauer vom Kampfmittelräumdienst hatte seine Arbeit bereits gegen 22.30 Uhr geschafft. Und das an einem ganz besonderen Tag: Denn Hellmut Bauer hatte am Donnerstag Geburtstag, er wurde 65 Jahre alt. „Das ist eine meiner letzten Bomben“, sagte er nach getaner Arbeit, „in drei Monaten gehe ich in Rente.“

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