Aachen - Brisant: ICE und die Städteregion

Brisant: ICE und die Städteregion

Von: Wolfgang Schumacher
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Herbert Prömper (l.)Vorsitzen
Herbert Prömper (l.)Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats, hatte IHK-Präsident Bert Wirtz (r.) Foto: Harald Krömer

Aachen. Ist der ICE-Halt in Aachen für den Intercity nach London bereits kein Thema mehr für die Bahn? Warum sind die Verbindungen der Region zum Schwellenland Indien so schlecht?

Und was ist mit der Städteregion eigentlich los? Das brisante Thema Städteregion war dem IHK-Präsidenten Bert Wirtz einige Anmerkungen wert. Im „Mittagsgespräch” des CDU-Wirtschaftsrates machten sich einige der gut 40 Wirtschaftspersönlichkeiten erhebliche Sorgen um den Zusammenhalt der Aachener Region. Das Erscheinungsbild der Städteregion beschrieben sie mit dem Satz: „Das ist eine Katastrophe”.

Der IHK-Präsident versuchte allerdings, den Druck von den leitenden Figuren, Aachens OB Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg, zu nehmen. Denn Wirtz machte ebenso Kompetenzrangeleien „in den Strukturen darunter” aus und forderte, mit dem Aufbau des städteregionalen Bewusstseins „ganz tief unten” anzufangen. Die Praktiker aus der Wirtschaft beklagten deutlich „die Egoismen der einzelnen Bürgermeister” in den Kommunen und forderten, Aachen zu einer überregionalen Marke zu machen. IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting bestätigte, dass dies bei dem jüngsten Auftritt bei der Expo Real in München erstmalig ohne Reibungsverluste geklappt habe. Die Region war von Heinsberg bis Euskirchen einheitlich als „Aachen” vertreten.

Wirtz beschrieb die Bemühungen der Kammern, das Rheinland als wirtschaftsstarke Region international zu positionieren. So firmiert der Raum Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal als „Innovationsregion Rheinisches Revier” (IRR), dessen Beirat sich im April in Jülich gegründet hat. Noch suche das Rheinland nach einem geschlossen Signet, um sich international als Metropolenregion profilieren zu können, beschrieb Wirtz die Lage. Das Rheinland repräsentiere schließlich 46 Prozent von NRW und beheimate rund 470.000 Betriebe, sei also eine bedeutende Wirtschaftsmacht.

Die allgemeine Lage bewertete er trotz der Euro-Krise als überraschend gut in Deutschland. Vom Krisenland aus dem Jahre 2008 habe sich die Republik wieder einmal zur Wirtschaftslokomotive in der EU entwickelt, und dies „schneller, als jeder es erwartet hätte”, so der IHK-Präsident. Jeder zweite Unternehmer im Kammerbezirk bezeichne die Situation als „gut” und lobe gestiegene Umsätze, berichtete Wirtz.

Aus dem Auditorium formulierte man Sorge um den ICE-Halt des Zuges nach London. Seit beinahe vier Monaten, hieß es, baue man im Kölner Hauptbahnhof bereits an den Einrichtungen, nur hier in Aachen geschehe nichts. Ein böses Zeichen?
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