Brigadegeneral Ohm: „Aussetzung der Wehrpflicht war richtig”

Von: Georg Dünnwald
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„Das habt ihr gut gemacht”,
„Das habt ihr gut gemacht”, lobt Brigadegeneral Ohm die Kinder der Streicherklasse der Grundschüler Schönforst. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Da staunten die Ehrengäste nicht schlecht. Auf der Bühne in der Gallwitzkaserne saß nicht das übliche Streicherquintett eines Musikkorps der Bundeswehr. Aufgeregt von einem aufs andere Bein tippelnd standen dort etwa 60 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Schönforst in knatsch­roten Hemden.

Aufgeregt, weil es ja schon was hat, vor lauter „hohen Damen und Herren” und Offizieren mit den silbernen und goldenen Sternen auf den Schultern aufzutreten.

Brigadegeneral Jakob Walter Ohm hatte zum Neujahrsempfang gebeten. Seine Gäste wischten heimlich das eine oder andere Tränchen aus den Augenwinkeln, weil dies auch der letzte Empfang war, den der in Aachen beliebte Kommandeur der Technischen Schule des Heeres gibt. Der Verteidigungsminister braucht ihn, deshalb wurde er auf die Bonner Hardthöhe befohlen.

„Die Aussetzung der Wehrpflicht war richtig”, blickte der Kommandeur auf ein für die Bundeswehr ereignisreiches Jahr zurück. Denn die Wehrpflicht sei sicherheitspolitisch nicht mehr nötig. Immerhin, im vergangenen Jahr trat der eine Verteidigungsminister wegen erwiesener Plagiatsvorwürfe bei seiner Doktorarbeit zurück, Thomas de Maizière als der Nachfolger von Karl-Theodor zu Guttenberg setzte die angefangenen Reformen gekonnt und in ruhigem Stil um.

„Dabei werden auch Regionen unter der Schließung von Garnisonen leiden”, sagte Ohm. Aachen komme gut weg, nur die Rekrutenkompanie in der Donnerbergkaserne (Stolberg/Eschweiler) werde abgeschafft, ein paar Ausbilderstellen fielen demnach weg.” Ansonsten läuft der Betrieb hier in vollem Umfang weiter”, versicherte Ohm.

Auch auf lokale Ereignisse kam Ohm zu sprechen. „Als die Alemannia mit uns noch einen Querfeldeinmarsch von Aachen nach Eschweiler gemacht hat, stimmten Spielergebnisse und Tabellenplatz. Im vergangenen Jahr haben die Kicker darauf verzichtet. Man kann sehen, was sie davon haben”, meinte der Brigadegeneral und lächelte dabei hintersinnig.

Zum Schluss spielten die Jungen und Mädchen aus der Schönforst-Schule noch (fast) perfekt das Deutschlandlied auf ihren Geigen, Bratschen und Celli. Ohm: „Das war doch toll von den Kindern. Die leisten wirklich was.”
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