Brands Bezirksbürgermeister Herbert Henn wird 80

Von: Georg Dünnwald
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Aachen. Am Samstag hat Herbert Henn Geburtstag. Er wird 80 Jahre alt. Aber wer ihm gratulieren will, wird vor einer verschlossenen Haustüre stehen. Denn Herbert Henn ist mit Ehefrau Wilma „op Jöck“. „Gefeiert werde ich bei meinem Rausschmiss im nächsten Jahr“, lästert der Kommunalpolitiker.

Denn nächstes Jahr will der CDU-Politiker nicht mehr antreten. Nach Jahrzehnten erfolgreicher Politik, die dennoch von Hochs und Tiefs geprägt waren, meint er, nun mit 80 Jahren seinen Lebensabend gemeinsam mit der geliebten Ehefrau genießen zu können. Fernab vom politischen Alltagsstress, dem Kleinklein bei Diskussionen über Bauvorhaben, Schulneubauten, Einrichtungen von Kindertagesstätten oder dem Disput über Wanderwege.

„Ich war gerne Politiker“, unterstreicht der wohl dienstälteste Bezirksbürgermeister Nordrhein-Westfalens. Seit 1972, seit der kommunalen Neuordnung des Landes – die mit dem damaligen Regierungsbezirk Aachen begann – steht er an der Spitze des Stadtbezirks Brand, zum auch Niederforstbach und Freund gehören. Schon vorher war Henn acht Jahre im Brander Gemeinderat aktiv. Und von 1972 bis zum Jahr 2004 war Henn auch der Brander Vertreter im Aachener Stadtrat als hoch angesehener Politiker. „Mit mir hat jeder sprechen können“, weiß er.

„Es war eine schöne Zeit, die Politiker haben zwar viel gestritten, konnten aber nachher immer ein Bier zusammen trinken.“ Und das machten die Ratsmitglieder auch ausgiebig, wie er lächelnd zugibt. „Da gab uns der zuständige Polizist noch Tipps, welche Straße nicht kontrolliert wurden, als wir nach Hause fuhren.“

Aber das sei ja heute nicht mehr drin: „Zu gefährlich wäre das, bei dem Verkehr“, findet er. Oft sei er früher von besorgten Politiker-Ehefrauen angerufen worden, die sich nach dem Verbleib ihres Ehegespons erkundigten. Denen habe er nachts um 2 Uhr gesagt: „Wir sind gerade erst mit der Sitzung fertig geworden“, fügt er laut lachend hinzu. Immerhin, der damalige Wirt der Brander Bahnhofsgaststätte, tat sich die Mühe an, die überfälligen Rats- und später Bezirksvertretungsmitglieder nach den Thekenrunden nach Hause zu fahren. „Man stand zu einander“, kommentiert der Maler- und Lackierermeister.

„Ich war immer einer der Letzten, die den Weg nach Hause fanden“, gibt er zu.

Das Verhältnis zwischen den Parteien sei in Brand immer gut gewesen, erinnert sich der kommunalpolitische Haudegen. Obwohl die Christdemokraten immer die absolute im Gemeinderat oder nachher in der Bezirksvertretung hatten, sei der Posten des stellvertretenden Gemeindevorstehers stets an die Opposition gegangen. „Das ist das gelebte Brander Wir-Gefühl.“ Dazu gehöre auch, dass mehr als 96 bis 97 Prozent der Beschlüsse des Gremiums einstimmig gefasst wurden.

„Oft aber erst nach langer Debatte und einigen Kompromissen.“ Das Leben sei eben ein Geben und Nehmen, sagt er. „Keiner kann die reine Lehre durchsetzen Auch in der Partnerschaft muss man sich kompromissbereit zeigen und auf die Wünsche seiner Frau eingehen.“

Allerdings, ein waschechter Brander ist Herbert Henn nicht. Er wurde im benachbarten Büsbach geboren. Seine Mutter aber war Branderin, und schon als er ein Kind war, zogen die Henns nach Brand um. Herbert Henn hat mit Ehefrau Wilma zwei Töchter und fünf Enkel. Und von denen wohnt keiner in Brand oder Aachen.

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