Brander sagen: Der Bolzplatz muss bleiben!

Von: Werner Czempas
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Von wegen kein Interesse: Viele Kinder aus dem Gebiet rund um die Kleinbahnstraße nutzen den Bolzplatz. Und das sagten sie auch klar und deutlich beim großen Ratschlag in der Bezirksvertretung. Foto: Ralf Roeger

Brand. Ein Hauch von Volksabstimmung nach Schweizer Vorbild hing in der Luft. „Soll der Bolzplatz Kleinbahnstraße erhalten bleiben?“, fragte die Verwaltung die Bürger in Brand. Die antworteten beim großen Ratschlag in der Bezirksvertretung am Paul-Küpper-Platz mit einem klaren Ja. Der Bolzplatz bleibt.

Mit mehr als 60 Bürgern, in erster Linie Anwohner rund um die Kleinbahnstraße im großen Bogen des ruhigen Wohngebiets Schroufstraße/ Georgstraße/ Am Reulert stadtauswärts rechts neben der Freunder Landstraße, war der Sitzungssaal voll wie selten. Bezirksstellenleiterin Marianne Krott und Renate Prömpeler vom städtischen Fachbereich Kinder-Jugend-Schule moderierten die Bürger-Runde zum umstrittenen Bolzplatz.

Zum vermeintlich umstrittenen Bolzplatz. Denn schnell stellte sich heraus, dass der Platz gar nicht umstritten ist. Zwar hatte die Bezirksvertretung Brand im Januar noch entschieden, ihn zu schließen, weil er laut Verwaltung schon lange von niemandem mehr benutzt werde. Doch der Beschluss rief Anwohner und aktive Bolzer auf den Plan: Der Platz werde sehr wohl oft bespielt, von jung wie alt. Woraufhin der Kinder- und Jugendausschuss des Stadtrats nahelegte, das Aus noch einmal zu überdenken.

Die Entscheidung der Bezirksvertreter beruhte auf falschen Angaben, wer auch immer sie warum in die Welt setzte. Denn am Runden Tisch schilderten die Bürger überzeugend, dass auf ihrem Bolzplatz jede Menge Betrieb herrscht. Meistens wird Fußball gespielt. Viele Mütter und Väter hatten ihre Sprösslinge mitgebracht.

Die Kleinen waren bestens vorbereitet, hatten Unterschriften gesammelt und gingen als erste für ihren Spielplatz in die Bütt: „Wir möchten, dass der Bolzplatz bleibt und nicht geschlossen wird!“ so ihr Wunsch. „Wir spielen da gerne Fußball, oft vier Stunden oder so“, erzählten sie, Ärger mit Anwohnern gebe es „nicht so oft“. Die Bezirksstellenleiterin bestätigte: „Es gibt keine Beschwerden.“ Ein Dreikäsehoch meldete sich mit „Hier, ich!“ lautstark und lebhaft zu Wort und hauchte verlegen, aber tapfer ein gesplittetes „Da--blei--ben“ ins Mikro, wofür er dicken Applaus erntete. Ein Mädchen schränkte ein, der Bolzplatz müsse bleiben, wenn auch „vielleicht nicht für immer und ewig“.

Dem couragierten Nachwuchs taten es die Erwachsenen gleich. Tenor der Kommentare, Schilderungen und Appelle: Der Bolzplatz ist eine wunderbare Sache. Regelmäßig spielen dort Kinder, Jugendlich und Erwachsene. Mannschaften bilden sich, immer wird gekickt. Zugezogene werden mit offenen Armen empfangen. Vertretbarer Kinderlärm zu humanen Zeiten. Lassen Sie den Platz auf, lassen Sie unsere Gesellschaft kinderfreundlich sein!

Wird geschlossen, hat der Südosten Brands keinen Bolzplatz mehr. Ob der Bevölkerungsstruktur ist zu erwarten, dass mehr junge Familien mit Kindern ins Viertel ziehen. Für Kinder im Sommer und in den Ferien unverzichtbar. Ist der Bolzplatz weg, spielen die Kleinen auf der Straße.

Wie sehr Renate Prömpeler mit „Nur Mut!“ nach Meinungen gegen den Bolzplatz auch forschte, negative Äußerungen blieben Fehlanzeige. Entschieden werden konnte nichts, aber Prömpeler bilanzierte: „Die Tendenz ist klar für den Erhalt. Was kann ich da dem Fachbereich und dem Kinder- und Jugendausschuss und der Bezirksvertretung Brand anderes vorschlagen?“

Im Saal anwesende Bezirksvertreter von CDU und SPD steckten die Köpfe zusammen. Bezirksbürgermeister Herbert Henn (CDU), versicherte, der Bolzplatz stehe auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung. Eine eindeutigere Aussage für den Erhalt des Platzes wie die von den Anwohnern könne es nicht geben. Die Stadt müsse nun für die notwendige Sanierung des Platzes „richtig Geld in die Hand“ nehmen. Renate Prömpeler versicherte: Im nächsten Jahr sei im Stadtsäckel für den in die Jahre gekommenen Bolzplatz Kleinbahnstraße „reichlich Geld“ vorhanden.

Der Platz könne wie der an der Burg Frankenberg aufgepeppt werden, wie von den Bürgern vorgeschlagen: Kunststoff-Boden statt des derzeitigen pfützigen roten Aschebodens, Spielfeld-Markierungen für Fußball und auch Handball und eventuell Basketball nebst Körben, neue Umzäunung, gute Beleuchtung.

Dem einstündigen Auftritt von Erwachsenen und Kindern zollten Krott und Prömpeler Respekt: „Das war große Klasse!“

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