Brand - Brander Friedhof: Schlussstrich unter den langen Streit gezogen

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Brander Friedhof: Schlussstrich unter den langen Streit gezogen

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
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Streit beendet: Mit einer Gedenkfeier wurden auf dem Brander Friedhof an der Kolpingstraße die Gebeine, die beim Ausschachten der Turnhalle gefunden wurden, erneut zur letzten Ruhe gebettet. Foto: Ralf Roeger

Brand. Mit einer schlichten, würdigen Gedenkfeier unter der geistlichen Leitung von Pastor Ralf Freyaldenhoven wurden auf dem Brander Friedhof an der Kolpingstraße die Gebeine, die beim Ausschachten der neuen Turnhalle der Marktschule aufgefunden wurden, in einer eigens errichteten Gedenkstätte erneut zur letzten Ruhe gebettet.

Bezirksbürgermeister Herbert Henn äußerte dabei die Hoffnung, dass damit ein Schlussstrich unter einen seit längerem schwelenden Streit gezogen worden sei. Als vor einigen Jahren die Bezirksvertretung einstimmig den Neubau der Turnhalle der Marktschule forderte, traf dies in Brand nicht nur auf Zustimmung.

Der Hintergrund: Die Planung der neuen Halle sah vor, in einem Eckbereich einen kleinen Teil des Parks an der Eschenallee für den Neubau zu nutzen. Dort liegt aber das Gräberfeld des ehemaligen Brander Friedhofs, der allerdings bereits 1954 aufgegeben und zum jetzigen Park umgestaltet wurde.

Dennoch fühlten sich einige Brander Bürger durch die Baumaßnahme brüskiert, weil sie die Totenruhe ihrer Angehörigen gestört sahen. Darüber hinaus beklagten sie den zu erwartenden pietätlosen Umgang mit den Gebeinen der Toten. Allerdings gelang es den Gegnern des Turnhallenneubaus nicht, mit ihren Vorstellungen durchzudringen.

Keine Bezug

Die meisten Brander Neubürger, die erst in den letzten 40 oder 50 Jahren nach Brand gezogen sind, haben keinen Bezug zum alten Friedhof in der Eschenallee, weil dort keine Verwandten beerdigt sind. Dementsprechend gering war ihr Interesse an der Auseinandersetzung.

Aber auch sehr viele „alte“ Brander zeigten an dem Sachverhalt kein Interesse oder argumentierten sogar, dass ihre Verwandten – in der Regel Großeltern oder Großtanten und -onkel – wohl nichts gegen eine solche Baumaßnahme zum Wohle der Bürger gehabt hätten, die das Gräberfeld in vergleichsweise geringem Umfang in Mitleidenschaft zieht.

Darüber hinaus war das Projekt Turnhallenneubau in der Brander Bezirkspolitik von Anfang an unstrittig, und von den Bezirksvertretern aller Parteien wurde nahezu gebetsmühlenartig immer wieder bekräftigt: Jawohl, wir brauchen die neue Turnhalle genau an dieser Stelle. Jawohl, wenn beim Ausbaggern der Baugrube menschliche Überreste gefunden werden, sind diese pietätvoll zu behandeln und auf dem Friedhof Kolpingstraße erneut zur Ruhe zu betten.

Dort liegt jetzt die Gedenkstätte in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gräbern und der Gedenkstätte für die Brander Kriegstoten, wohl auch mit dem Gedanken daran, dass möglicherweise bei den jetzt ausgegrabenen Gebeinen solche von Toten dabei sind, die im Krieg ums Leben gekommen sind, aber nicht offiziell als Kriegstote registriert wurden.

Die Gedenkstätte ist mit einem Findling aus dem Münsterländchen versehen, der die Inschrift trägt: „Im Gedenken an die auf dem ehemaligen Friedhof Eschenallee beigesetzten Brander Bürger“. Bei der Segnung erinnerte Pastor Freyaldenhoven, der auch seinen evangelischen Amtskollegen Uwe Loeper vertrat, daran, dass das Weihwasser als Symbol für die Taufe stehe, mit der nach christlicher Überzeugung der erste Tag des ewigen Lebens beginne.

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