Aachen - Boys Day: Ein Praktikumstag in Haus Cadenbach

Boys Day: Ein Praktikumstag in Haus Cadenbach

Von: krü
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Boys Day am Luisenhospital: Physiotherapeut Markus Kunzmann zeigt André und Stefan (rechts) einige Foto: Ralf Roeger

Aachen. Männer in der Pflege, das ist immer noch eine Minderheit. Festgelegte Rollenklischees jedoch versucht der Boys Day zu durchbrechen. Seit neun Jahren schon bietet der Aktionstag Jungen in Aachen Unterstützung bei der Berufsorientierung und einen Blick über den Tellerrand. „In Aachen haben wir schon lange den Bedarf erkannt”, erklärt Organisatorin Eva Köhl vom Verein Ax-o.

Der 16-jährige Stefan Wilms war bereits in verschiedenen Arbeitsbereichen und kann nur Positives berichten. „Ich war auch schon im Kindergarten, die Arbeit mit Menschen macht mir einfach Spaß”, sagt der Schüler der zehnten Klasse der Klaus-Hemmerle-Schule. Mit seinem Schulfreund André Kofferschläger hat er sich jetzt einen Tag lang die Arbeit in der Physiotherapie von Haus Cadenbach am Luisenhospital angesehen.

„Wir haben gelernt, welche Grifftechniken angewandt werden”, erklärt Wilms. Das Leid der Querschnittsgelähmten und Schlaganfallpatienten geht ihm sehr nahe. „Das hat mich sehr berührt. Es ist schön, wenn man hier im Team versucht, diesen Patienten zu helfen. Nur gemeinsam kann die Therapie gelingen.”

Bereits seit mehreren Jahren beteiligt sich das Luisenhospital am Boys Day. Markus Kunzmann, Leiter der Physiotherapie, vermittelte den beiden Jungen, welche Fertigkeiten sein Beruf erfordert. Vor allem gehe es aber um die Nähe zum Menschen. Beide Schüler wissen bereits, welchen Weg sie wählen möchten: Eine zweijährige Ausbildung als Sozialhelfer an der Käthe-Kollwitz-Schule soll es sein.

„Den Praktikumstag in der Reha haben wir uns bewusst ausgesucht, um hier Erfahrungen zu sammeln”, sagt André Kofferschläger. „Aus meinem Umfeld erfahre ich in meiner Berufswahl viel Unterstützung. Als ungewöhnlich wird das eigentlich nicht empfunden.”

„Das Problem bei Jungen ist aber leider oft eine eingeschränkte Berufswahl aus vergleichsweise wenigen, als Männer-typisch eingestuften Berufen. Hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Ausbildungsreife wollen wir Jungen unterstützen, ihnen aber auch Berufe im sozialen Bereich näherbringen”, erklärt Eva Köhl.

Auch Arbeitsfelder, die als untypisch gelten, seien zukunftsorientiert und entsprächen den Fähigkeiten und Neigungen junger Männer. „Dieser Schnuppertag hat den Sinn, dass Jungen sich Berufe anschauen können, die sie in der Regel nicht wählen. Es ist wichtig, dass sich ihr Berufswahlspektrum erweitert”, sagt Köhl. Auch selten gewählte Berufe wie Hufschmied oder Geigenbauer wolle man wieder ins Blickfeld rücken.
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