Boxgraben als Prachtboulevard

Von: Werner Czempas
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Ab September soll der Boxgraben zwischen Marschiertor und Dreiräubereck zum Boulevard umgebaut werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Boxgraben wird sich im Spätsommer des nächsten Jahres in voller Länge wieder wie ein Prachtboulevard präsentieren. Nach dem zweijährigen Umbau des oberen und längeren Abschnitts vom „Dreiräubereck” bis zur Schanz folgt nun der untere, kleinere Teil zwischen der Kreuzung Mozartstraße/Karmeliterstraße und Marschiertor.

Im Verwaltungsgebäude „Am Marschiertor” informierte die Stadt über das Zwei-Millionen-Euro-Projekt.

Bürger und Anwohner waren eingeladen, eigene Vorschläge und Anregungen einzubringen. Leider erschienen sie nur in einer überschaubaren Zahl von 15 Interessierten. Die aber erlebten eine vom Leiter des städtischen Verkehrsmanagements, Uwe Müller, moderierte informationsreiche und bürgernah wie bürgerfreundliche Runde.

Im September schon soll der ursprünglich erst ab 2011 geplante einjährige Umbau beginnen. Vorher wird die Stadt noch einmal über den genauen Ablauf informieren. Vom Bahnhof Richtung Schanz wird der Verkehr einspurig durch die Baustelle geführt, der Gegenverkehr wird vom Eck Mozartstraße/Karmeliterstraße über die Friedlandstraße und von dort entweder über die Burtscheider Straße Richtung Marschiertor oder über die Zollamtstraße Richtung Bahnhof geleitet. Über der verkehrsmäßig erträglichsten Strecke wird noch getüftelt.

Die Anfahrt zu den Grundstücken wird „in der Regel aufrecht erhalten” (Regina Poth, Verkehrsmanagement). Wo das zeitweise nicht möglich ist, werden Betroffene informiert. Während der Bauzeit werden die derzeitig 14 Parkplätze entlang der Häuserzeile aus der Gründerzeit allerdings entfallen. Die Zahl der Plätze bleibt aber auf dem neuen Parkstreifen erhalten. Sechs Linden (Poth: „Eine Art, die nicht so klebrige Absonderungen ausscheidet”) werden als Ersatz für die gerade gefällten fünf Bäume neu gepflanzt und den Parkstreifen auflockern.

Mosaikpflaster soll bleiben

Neu am künftigen in voller Breite komplett umgebauten unteren Boxgraben werden rechts und links der drei Fahrbahnen zwei 1,25 Meter schmale Schutzstreifen für die Radfahrer sein. Um den Radlerschutz zu ermöglichen, muss etwas Grund von der Grünanlage zur Friedlandstraße hoch weggenommen werden. Die schadhaften Bäume dort, die teilweise schon in die Fahrbahn hineinwuchsen, wurden schon gefällt. Erhalten, erneuert und sichtbar gemacht werden soll entlang des Parks das denkmalwerte alte Mosaikpflaster des historischen Alleenrings aus dem 19. Jahrhundert. Für die Fußgänger wird neben der Einmündung Franzstraße ein zweiter Überweg mit Ampel angelegt, der alte Überweg neben dem Marschiertor auf der Lagerhausstraße bleibt erhalten.

Die Anliegerkosten, so beruhigten die Vertreter der Stadt, fallen „moderat, fast extrem niedrig” aus. Der Beitragssatz für die Grundstückseigentümer werde durchschnittlich zwischen 1300 und 1500 Euro liegen. Teurer wird es für die Eigentümer dagegen bei den gleichzeitig laufenden Maßnahmen der Stawag. Die Stadtwerke werden das fünf Meter tief liegende Kanalnetz an schadhaften Stellen erneuern, die Fernwärme ausbauen, Strom- und Gasleitungen erneuern und eine nicht mehr erforderliche Wasserleitung zurückbauen.

Beim Kanalbau, schätzt die Stawag, werde sie auf bis zu 70 bis 90 Prozent defekte Hausanschlüsse stoßen. Die Kosten für die Hausanschlüsse müssen von den Grundstückseignern getragen werden. Die Stawag kalkuliert sie auf 3500 bis 5000 Euro je Anschluss.

In der Diskussion drehten sich die Sorgen und Wünsche der Anlieger um die Fernwärme (die Stawag wird den Eigentümern Angebote zu Anschluss einreichen), die Parksituation, die Länge der Bauzeit, die gefällten Bäume und den für Fußgänger und auch Radfahrer schwierigen Knoten Mozartstraße/Karmeliterstraße. Ein großes Problem bereiten die Raser. Ein Anwohner: „Der Boxgraben ist hier zur Rennstrecke geworden, die Autofahrer holen schon am Hauptbahnhof Schwung.”

Vorschläge willkommen

Die Verwaltung wird alle Anregungen einbeziehen. Die Bürger können weiterhin Vorschläge einbringen. Hierzu liegen Vordrucke im Verwaltungsgebäude „Am Marschiertor” aus. Jeder kann sich auch direkt an die städtische Projektbeauftragte wenden: Gaby Hündgen, 0241/432-6823, E-Mail: gabriele.huendgen@mail.aachen.de .

Für die durch die Umbaumaßnahme wahrscheinlich gestressten Anwohner hielt Verkehrsmanagerin Regina Poth aus Erfahrung gespeisten Trost parat: „Bitte üben Sie sich bei Baubeginn zwei Wochen in Geduld. Die ersten beiden Wochen sind die härtesten, dann normalisiert sich das.”
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