Aachen - Bombardier: Ist letzte Hoffnung erloschen?

Bombardier: Ist letzte Hoffnung erloschen?

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Bombardier
Die oberste Chefetage des Weltkonzerns schaltet auf stur und stärkt der deutschen Geschäftsführung von Bombardier den Rücken.

Aachen. Die oberste Chefetage des Weltkonzerns schaltet auf stur und stärkt der deutschen Geschäftsführung von Bombardier den Rücken. „Wir sind der Auffassung, dass unsere Absicht, das Werk in Aachen zu schließen, im Interesse des Gesamtunternehmens Bombardier Transportation zwingend notwendig ist“, antwortet dessen Präsident André Navarri auf einen Brief aus Aachen.

Den hatten Ende November Oberbürgermeister Marcel Philipp, NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider und Theo Bovens, der Gouverneur der niederländischen Provinz Limburg, unterzeichnet, nachdem ein runder Tisch mit der deutschen Geschäftsleitung ohne Ergebnisse geblieben war.

Damit zerschlägt sich auch die letzte Hoffnung, die Schließungsabsichten auf der höchsten Konzernebene noch zu revidieren. In dem Schreiben hatten die Unterzeichner ihrer Bestürzung Ausdruck verliehen, weil Bombardier-Geschäftsführer Michael Clausecker in seiner zweiten Funktion als Präsident des Verbandes der Bahnindustrie kurz vor dem Bekanntwerden der Schließungspläne von einer positiven Geschäftsentwicklung der Bahnindustrie, gar einer „Renaissance der Schiene“, gesprochen hatte.

Philipp, Schneider und Bovens hatten auch auf zahlreiche kurz- und mittelfristige Geschäftsaussichten für das Aachener Werk hingewiesen, etwa bei anstehenden Vergaben in NRW und den Niederlanden. Auch biete die Zusammenarbeit mit der RWTH, etwa mit dem Institut für Schienenfahrzeuge, Kompetenz auf Weltniveau und große Zukunftspotentiale. Weihbischof protestiert.

Diese Argumente haben bei Navarri keine Wirkung gezeigt: Das Aachener Werk sei seit langem besonders stark von der insgesamt schwierigen Marktsituation betroffen. Man habe versucht, die geringe Auslastung durch Aufträge aus anderen deutschen Werken zu erhöhen, dies habe aber nicht zur Verbesserung der Situation beigetragen, heißt es in den Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

Die von Philipp, Schneider und Bovens genannten Optionen seien „schon aus ausschreibungs- und verfahrensrechtlichen Gründen zur Weiterführung des Standortes nicht ausreichend, so sehr wir uns das auch wünschen würden“. Zu einer gemeinsamen Mittagspause am 100. Tag der Mahnwache erschienen gestern 400 Unterstützer vor dem Aachener Werk, um erneut ihren Protest auszudrücken. Unter ihnen war auch Weihbischof Karl Reger.

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