Aachen - Bombardier-Chef erhält jetzt viel Post aus Aachen

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Bombardier-Chef erhält jetzt viel Post aus Aachen

Von: gei
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Aachen. In einem am Mittwoch abgeschickten offenen Brief fordern NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider, Oberbürgermeister Marcel Philipp und Theo Bovens, Gouverneur von Limburg, den Aufsichtsratsvorsitzenden von Bombardier, Laurent Beaudoin, auf, die Schließungspläne für das Aachener Bombardier Werk zu überdenken.

Sie drücken in ihrem Brief die Bestürzung darüber aus, dass 600 Menschen ihre Arbeit verlieren sollen und erklären zugleich, dass ihrer Einschätzung nach die Erhaltung des Werkes profitabler sei als die Schließung.

Verkehrspolitisch sei in Europa inzwischen von einer „Renaissance der Schiene“ die Rede, wodurch die Bahnindustrie mit Umsatzsteigerungen von 13 Prozent innerhalb eines Jahres rechnen könne. Es sei deshalb unerklärlich, warum Bombardier „ein produktives und profitables Werk“ schließen und damit „ein Werkzeug für zukünftige Geschäfte aus der Hand geben“ wolle.

Schneider, Philipp und Bovens weisen in ihrem Brief auf „die zahlreichen kurz- und mittelfristigen Geschäftspotenziale“ für das Aachener Werk hin. Genannt werden unter anderem die anstehenden Vergaben in Nordrhein-Westfalen, in Aachen, sowie bei den niederländischen Staats- und Regionalbahnen. Hinzu kämen eine Vielzahl von Umbau-, Wartungs- und Reparaturaufträgen, mit denen Auftragslöcher überbrückt werden könnten. Und nicht zuletzt erwähnen sie auch die großen Zukunftspotentiale, die sich aus der Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen ergeben würden.

„Wir wollen bleiben“

Derweil haben sich zahlreiche Ratsmitglieder und Besucher in der gestrigen Sitzung der Solidaritätsaktion für die Aachener Bombardier-Beschäftigten angeschlossen und reihenweise Protestpostkarten unterzeichnet. Die Postkarten zeigen Gesichter der von einer Schließung betroffenen Menschen und tragen unter anderem den Aufdruck „Nous voulons rester/Wir wollen bleiben“.

Die Grünen hatten die Postkarten vorfrankiert und im Rat verteilt. Nun sollen sie an die Konzernzentrale im kanadischen Montral geschickt werden. Die Idee zu der Aktion hatte das Bombardier-Solikomitee, das damit deutlich machen will, dass die Konzernbosse „nicht über Zahlen, sondern über Menschen entscheidet“. Insgesamt wurden 8000 Postkarten gedruckt, die nun nach Kanada geschickt werden.

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