Börjerwehr-Kommandant und MAC-Vorsitzender stirbt im Alter von 53 Jahren

Von: Georg Dünnwald
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Er war ein Macher, er setzte sich ein für die Stadt, für Vereinsleben, Brauchtum und bürgerschaftliches Ehrenamt: Im Alter von nur 53 Jahren erlag Willi Schillings seiner schweren Krankheit. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wilhelm Schillings ist tot. Schillings war ein Energiebündel. Er entwickelte Ideen und war dabei stets um Ausgleich bedacht. In der Nacht zum Samstag starb er nach schwerer Krankheit. Die Stadt Aachen, der Einzelhandel, und auch der Öcher Fastelovvend verlieren einen umtriebigen Macher, einen Könner, der stets alles daran setzte, die Stadt nach vorne zu bringen.

„D‘r Willi“ setzte sich bis kurz vor seinem Tod noch vehement für die Belange der Stadt und seinen geliebten Verein, die Stadtwache Oecher Börjerwehr, ein. Fast schien es so, als ob Willi Schillings nur so ganz nebenbei gegen die tückische Krankheit aufbegehrte. Er kämpfte, aber schließlich verlor der 53-Jährige diesen Kampf.

Mit Verantwortung

Willi Schillings war ein Mensch, der Verantwortung übernahm. So war er lange Jahre Vizevorsitzender des Märkte- und Aktionskreises City (MAC), dann wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Nach einer Wahlperiode von zwei Jahren wurde er erst am 4. Juni, schon von seiner Krankheit gezeichnet, wiedergewählt. „Wir hatten großes Vertrauen zum Willi“, sagte am Montag MAC-Geschäftsführer Manfred Piana. „Willi Schillings hatte auch großen Einfluss auf das September Special und auf die Gestaltung des Weihnachtsmarktes“, verweist Piana auf weitere große Verdienste des Machers. Piana ist überzeugt: „Ohne Willi wird die Stadt sehr viel ärmer sein.“

Oberbürgermeister Marcel Phi­lipp zeigt sich erschüttert: „Willi Schillings war ein Aktivposten des bürgerschaftlichen Engagements.“ Als Vorsitzender des MAC habe er unermüdlich daran gewirkt, die Einkaufsstadt Aachen attraktiver zu machen.

Im Ehrenamtsbeirat der Stadt Aachen trat er für eine Stärkung der ehrenamtlichen Tätigkeit in Vereinen ein, weil er wusste, dass eine Gesellschaft nur dann gut funktioniert, wenn die Menschen einander helfen und zusammenstehen. „Ohne ihn wäre der im letzten Jahr erstmals veranstaltete Tag der Vereine unter dem Titel ‚Ehrenwert‘ nicht möglich gewesen“, führte der OB aus. Sein tiefes Mitgefühl sprach Philipp Schillings‘ Witwe Marina und den Kindern Magdalena und Michael aus.

Willi Schillings‘ große Leidenschaft war die Oecher Börjerwehr. 27 Jahre, bis zu seinem Tod, leitete er die Geschicke der Traditionsgarde von 1922. 37 Jahre war der Vereinsmensch, der Bühnenmoderator und Rhetoriker Mitglied der stolzen schwarz-gelben Einheit. Seine ganze Familie „kämpfte“ mit in der närrischen Kolonne.

Willi Schillings setzte karnevalistische Akzente, auch als Vizepräsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK). Dabei war er ein Kämpfer für die Eigenständigkeit des Aachener Karnevals und verlässlicher Freund über Vereinsgrenzen hinweg. „Ich kann noch gar nicht ausdrücken, was wir alles mit dem Tod vom Willi verloren haben“, war der erschütterte Kommentar vom Vizekommandanten der Börjerwehr, Frank Jacobs.

Jugendförderung im Karneval

„Ohne Jugend keine Zukunft“, lautete eine von Schillings‘ Devisen. Deshalb setzte er sich für die Jugendförderung im Fastelovvend ein. Werner Pfeil, Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV) sagte: „Willi Schillings erhielt deshalb in der Session 2011/2012 das Jölde Hazz va Oche vom Elferrat des AKV verliehen.“

Entsprechend seinem ausdrücklichen Wunsch werden die Exequien und die Beisetzung im engsten Familienkreis stattfinden. „Aber der Willi hatte sich eine öffentliche Gedenkmesse gewünscht, die ich als Börjerwehr-Feldkurat am Freitag, 12. Juli, um 18.30 Uhr in St. Foillan zelebrieren werde“, teilt Domkapitular Pfarrer Franz Josef Radler mit. „Jeder kann daran teilnehmen.“

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