Aachen - Blues bis Deutschrock beim Frankenberger Open Air

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Blues bis Deutschrock beim Frankenberger Open Air

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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19. Auflage des Frankenberger Open Air: Im Park im Schatten der Burg machte die Band Mafish den Eisbrecher, bei traumhaftem Wetter. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Das Unternehmen Frankenberger Open Air lässt sich auf zwei verschiedene Weisen angehen. Entweder man betrachtet das Festival im Schatten der Burg als einen Parkbesuch mit Musikbeschallung. Oder aber als einen Konzertbesuch, der nebenbei alle Annehmlichkeiten eines Wochenendes im Grünen bietet.

Völlig einerlei, wie man am Samstag nun seine Prioritäten setzte: Auch bei der 19. Auflage des Spektakels hat Veranstalter Herbert Senden, Inhaber der Kultkneipe Schlüsselloch, alles richtig gemacht. Inklusive der Kunst, einen Tag mit traumhaftem Wetter im Kalender auszusuchen.

Die Eisbrecher von Mafish kommen so zu früher Stunde nicht etwa in die Verlegenheit, ihren ungestümen und kunterbunten Genremix der Hausmarke „Strange Rock” (Eigenbezeichnung) in Richtung einer noch menschenleeren Wiese aus den Boxen ballern lassen zu müssen. Ganz im Gegenteil: Als das Quartett um Frontmann Ralf Moß zu immer besserer Form aufläuft, tummeln sich im Grün bereits Altpunks, Studenten und Jungfamilien.

„Die Mischung ist dieses Jahr wirklich extrem. Da sind Leute bei, die würden sich auf der Straße nicht mal grüßen”, schätzt auch Herbert Senden. „Am tollsten finde ich aber, dass wieder alles so friedlich abläuft.”

Authentischer Blues

Musik verbindet eben. Ganz besonders, wenn sie so authentisch dargeboten wird wie von Dieter Kaspari. Amerikanischen Blues mit Aachener Platt hat der alteingesessene Öcher aus dem Rosviertel zu seinem ureigenen Genre kombiniert.

Und dass ein Großteil der Zuschauer wenig versteht, spielt erfreulicherweise keine große Rolle. Entlocken seine Musiker Charly Büchel, Franz Brandt und Udo Böttcher ihren Instrumenten schwermütigere Töne, verleiht Kaspari dem Gesamtpaket die nötige Leichtigkeit. Lässt es die Instrumentalfraktion beschwingter zugehen, sorgt der Lokalmatador mit seinem rauen, Westernhagen nicht unähnlichen Organ für den rechten Biss.

Lokalmatadore sind Vicki Vomit und die misanthropischen Jazzschatullen nicht, gleichwohl aber die Tagesheadliner. Mit dem Titelsong vom aktuellen Album, „Für n Appel und n Ei” steigen die Thüringer ein und servieren schnörkellosen Deutschrock mit schwermetallischer Schlagseite.

Textlich gibt es bei den Routiniers, die schon in Wacken und bei Rock am Ring dabei waren, neben viel politischer Polemik ein hemmungsloses Faible für Skurriles. So erfährt die Parkgemeinschaft unter anderem, wie es ist, wenn man feststellen muss, dass die Angetraute ein Huhn ist.

Bereichert um solcherlei Wissen tritt das Publikum gegen 22 Uhr den Heimweg an. Oder hängt an den Tag im Frankenberger Park einen Abend im Frankenberger Park dran. Ohne Musikbeschallung, dafür mit Gemütlichkeit.
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