Blausteinquader kommen in Linie

Von: Gerald Eimer und Werner Czempas
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Aachen. Die Steine des Anstoßes bleiben in der Ursulinerstraße, aber mindestens sechs der 14 umstrittenen Blausteinquader werden demnächst umgesetzt.

Und zwar so, dass sie eine Linie mit den Laternenpfählen bilden. Mit diesem Beschluss haben sich die Planungspolitiker mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag angeschlossen. Ob auf diese Weise weitere Unfälle vermieden werden können, soll nun der Praxistest zeigen.

Genau daran störten sich vor allem die Vertreter von SPD und FDP, die weitergehende Schritte forderten, um Stürze und Verletzungen zu vermeiden. Durchsetzen konnten sie sich gegen CDU, Grüne und Linke letztlich nicht.

Einigkeit herrschte darüber, dass die Quader im Grunde ein modernes und höchst ansehnliches Gestaltungselement sind. Vielen Leuten hätten sie als schicke Sitzgelegenheit und als Spielmöbel für Kinder schon viel Freude bereitet, sind die städtischen Stadtplaner überzeugt. Eine wichtige Funktion erfüllen sie zudem, um den Blausteinteppich der Fußgängerzone vor schweren Lieferfahrzeugen zu schützen.

Schlimme Blessuren

Dumm nur, dass sich im dichten Weihnachtsgedränge mehrere Bürger an den kniehohen Sitzwürfeln arge Blessuren zugezogen hatten. Eine Dame lag mit Oberschenkelmuskelriss 13 Tage im Krankenhaus. Mit ihren Schmerzen hatte sie gut drei Monate zu tun. In der Folge hagelte es Kritik an den zunächst einhellig befürworteten Quadern.

So sahen sich Verwaltung und Fraktionen zu Nachbesserungen in der neugestalteten Ursulinerstraße gedrängt, wobei in der gestrigen Sitzung das ganze Spektrum der Möglichkeiten - von moderaten Eingriffen bis hin zur Totalbeseitigung - breit diskutiert wurde.

Letzteres wäre aus Sicht der FDP die einzig richtige Konsequenz gewesen: „Die Dinger müssen weg - und durch Poller ersetzt werden”, forderte Klaus Vossen. Moderater gab sich die SPD, die aber eine Umgestaltung der Steinbrocken zu echten Sitzflächen forderte und eine entsprechende Holzkonstruktion auf den Quadern anregte. „Dann hat man eine gute Aufenthaltsqualität und benötigt auch keinen Warnanstrich”, so Norbert Plum.

Doch aus Sicht von CDU, Grünen und Linken sind die Klötze schön wie sie sind. „Sie sehen einfach gut aus, Poller wären für uns keine Alternative”, betonte Maike Schlick für die CDU. Nun soll die Verwaltung allenfalls über eine kontrastierende Farbgebung nachdenken, um die grauen Brocken auch für Sehbehinderte besser erkennbar zu machen. Auch in den Boden eingelassene Strahler könnten die Stolperfallen entschärfen, regte Michael Rau für die Grünen an.

In Haftungsfragen glaubt die Stadt mit der jetzt gewählten Lösung - Quader in einer Reihe mit den Laternen - auf der sicheren Seite zu sein, wie die Planungsdezernentin Gisela Nacken darlegte. Fußgänger müssten mit solchen Hindernissen rechnen. So sehe es auch die Gemeindeunfallversicherung.

„Zweite Chance”

Zuvor hatte sich auch die städtische „Kommission Barrierefreies Bauen” damit einverstanden erklärt, die Quader „in einer Flucht mit den Straßenleuchten” umzustellen und ihnen damit „eine zweite Chance zu geben”, wie es Andreas Müller, Linke, ausdrückte. Die Kommission plädierte ergänzend dafür, auch die vier am Bücherplatz versetzt aufgestellten Würfel in diese gerade Linie aufzunehmen. Dort will die schwarz-grüne Mehrheit die lockere Quader-Gruppierung jedoch beibehalten. Teuer genug wird die Nachbesserung ohnehin schon: Für jeden umgesetzten Quader sind rund 300 Euro fällig.
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