Aachen - Björn Jansen attackiert OB Marcel Philipp

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Björn Jansen attackiert OB Marcel Philipp

Von: Achim Kaiser
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Bürgermeister Björn Jansen attackiert den OB wegen der Gestaltung des Vereinsempfangs.

Aachen. Björn Jansen übt in seiner Funktion als Präsident des Regio-Sportbundes und Vorsitzender des Stadtsportbundes massive Kritik an Oberbürgermeister Marcel Philipp. Anlass ist die Gestaltung des traditionellen Empfangs für die Vereine, die das Stadtoberhaupt zu Beginn jeden Jahres in den Krönungssaal einlädt.



„Das Ehrenamt, wie es insbesondere im Sport seit vielen Jahrzehnten in unserer Stadt vorbildlich ausgeübt wird, darf nicht von der Politik vereinnahmt werden”, erklärt Jansen in einer Pressemitteilung. Im Sport leisteten hunderte Ehrenamtler an unzähligen Abenden und Wochenenden ihre Arbeit.

Zudem seien viele Aachener im sozialen und politischen Ehrenamt tätig, ohne die „eine Gesellschaft nicht überleben” könne, schreibt Jansen, um dann den OB direkt anzugreifen: „Dass Herr Oberbürgermeister Philipp nun ausgerechnet den Vorsitzenden des städtischen Beirats für Vereine zu Wort kommen lässt, einen Beirat, den er selbst gegründet hat, zeugt von mangelnder Sensibilität gegenüber denjenigen, die sich ohne Eigennutz um Kinder, Jugendliche, Familien, Senioren und kranke Menschen in unserer Stadt kümmern.”

Es dürfe nicht sein, echauffiert sich der SPD-Bürgermeister weiter, „dass auf der einen Seite Geld für funktionierende, ehrenamtliche Strukturen und Träger gestrichen wird und auf der anderen Seite ein Büro für ehrenamtliches Engagement unter der Kontrolle der Verwaltungsspitze eingerichtet wird, deren Beiratsvertreter jetzt im Namen aller Vereine sprechen soll.” Jansen kommt zu dem Schluss: „Es hätte der Stadt Aachen besser zu Gesicht gestanden, unabhängige Vertreter für die Vereine sprechen zu lassen, Menschen, die sich seit Jahren um die Vereinskultur und -struktur kümmern, statt demjenigen das Wort zu geben, dessen Institution langjährige Strukturen zu untergraben versucht.”

Nicht weit auseinander

OB Philipp wurde am Mittwoch von den „Nachrichten” über Jansens Attacke informiert. „War Herr Jansen überhaupt anwesend bei dem Empfang? Ich glaube nicht”, war Philipp erstaunt. „Wenn er am Montag im Krönungssaal gewesen wäre, dann hätte er mitbekommen, dass jedes Jahr ein anderer Ehrenamtler die zweite Rede halten soll.” Zudem habe der von Jansen angesprochene Redner Manfred Reinders „als Ehrenamtler und nicht als Referent gesprochen”, das sei deutlich geworden: „Herr Reinders hat genau an Stelle derjenigen gesprochen, die Herr Jansen erwähnt hat.”

Dass eine Gesellschaft ohne ehrenamtlich engagierte Bürger nicht überleben könne, betont auch Philipp: „Das ist genau das, was ich an dem Abend gesagt habe. Inhaltlich sind wir nicht weit auseinander.” Allerdings sei es nicht immer einfach, einen Ehrenamtler zu finden, der nach dem OB noch eine zweite Rede hält: „Wenn die Sportvereine der Meinung sind, Björn Jansen wäre für sie ein geeigneter ehrenamtlicher Redner, kann er gerne nächstes Jahr bei dem Empfang der Vereine seine Gedanken vortragen.”

Der Beirat ist das „Sprachrohr” der Vereine

Auf Initiative von OB Marcel Philipp haben sich am 1. Juni 2010 19 Vereinsvertreter im Rathaus zur konstituierenden Sitzung des Beirates für Vereine, Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement getroffen.

Der Beirat ist ein „Sprachrohr” für die in Aachen angesiedelten Vereine. Vorsitzender des Beirats und Ehrenamtsbeauftragter des Oberbürgermeisters ist der ehrenamtlich tätige Manfred Reinders. Aachen zählt rund 1700 Vereine. Rund 80.000 Aachenerinnen und Aachener sind ehrenamtlich tätig.

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