Aachen - Bitte der Stadt: Bringt uns was zum Ausstellen

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Bitte der Stadt: Bringt uns was zum Ausstellen

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Bitte melden: Die Stadt Aachen bittet ihre Bürger um Ausstellungsstücke fürs Centre Charlemagne (von links Stadtarchäologe Andreas Schaub, Kurator Thomas Müller, Michael Rief vom Suermondt-Ludwig-Museum und Historiker Frank Pohle). Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Aachener, geht auf die Speicher - so könnte man den jüngsten Appell der Stadt an die Bürger überschreiben. Gesucht werden Altertümchen aller Art, die mit Aachens Geschichte zu tun haben und gut in die künftige Ausstellung des Centre Charlemagne am Katschhof passen - von der römischen Scherbe über Kaiser-Karl-Devotionalien bis zu Bild- oder Tonaufnahmen aus neuerer Zeit.

Am Samstag, 27. November, gibt es einen großen Termin im Suermondt-Ludwig-Forum, bei dem alle Objekte präsentiert werden können, gleich ob sie tatsächlich auf dem Speicher lagern oder in der guten Stube stehen.

Das Centre Charlemagne im dann umgebauten Verwaltungsgebäude Katschhof wird als Kernstück und zentrale Anlaufstelle der Route Charlemagne in zwei Jahren eröffnen. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht natürlich die lange Geschichte der Stadt Aachen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Die Stadt selbst wird den Löwenanteil der Ausstellungsstücke beisteuern - vieles kommt aus der Burg Frankenberg -, aber die Experten wissen: Es gibt viele Sachen, die als verschollen gelten oder die wir bisher nicht einmal kennen, vor allem in privater Hand.

Diese Schätze will das zuständige Projektteam nun heben. Kurator Thomas Müller, Stadtarchäologe Andreas Schaub, Michael Rief vom Suermondt-Ludwig-Museum und Historiker Frank Pohle riefen am Freitag dazu auf, das ehrgeizige Unternehmen zu unterstützen. Wobei versprochen wird: Auch wer richtig wertvolles Fundgut herbeiträgt, muss sich keine Sorgen über irgendwelche „juristischen Situationen” machen - niemand muss irgendwelche Nachforschungen fürchten samt eventueller „Enteignung”.

Drei Schwerpunkte

Überhaupt gehen die Initiatoren davon aus, dass es den Riesenknüller wahrscheinlich nicht geben wird, etwa ein prächtig erhaltenes Relikt aus der Römerzeit oder ein komplettes Silberservice aus dem 18. Jahrhundert. Es geht auch weniger um spektakuläre Hingucker, sondern um interessante und aussagekräftige Objekte, die die alten Zeiten lebendig werden lassen.

Drei Schwerpunkte wird es in der Ausstellung geben: Antike und Mittelalter, Karl der Große und seine Rezeption gestern und heute, das 19. und 20. Jahrhundert. Die jüngere Geschichte der Stadt, von der napoleonischen Epoche bis zur Jetztzeit, ist bislang nur sehr lückenhaft dokumentiert; zwar gibt es massenhaft bedrucktes Papier, Bilder und Grafik, aber „wenig Dreidimensionales”, wie es am Freitag hieß. Etwa zur Industrialisierung mit ihren sozialen Auswirkungen, zum Ersten Weltkrieg und den nachfolgenden Krisen, zum Nationalsozialismus, zum Zweiten Weltkrieg, zum Wiederaufbau.

Ein Leitthema des Centre Charlemagne wird der namengebende Karl der Große sein, und dabei vor allem seine Deutungen, Umdeutungen und ideologischen Vereinnahmungen. Dazu gibt es eine Vielzahl von Kunstwerken, Gebrauchs- und Alltagsobjekten, Plakaten und Karikaturen - man muss sie nur auftreiben. Wer da also was im Schrank hat, kann sich gerne melden: Es darf durchaus Nippes sein, Plastikfiguren werden ebenfalls nicht verschmäht, überhaupt würde „auch das Lustige” gern genommen.

Im Museum ist großer „Vorstellungstermin”

Wer zum Gelingen der Dauerausstellung im Centre Charlemagne beisteuern möchte, kann geeignete Objekte oder Fotos von ihnen von Experten (Historikern, Archäologen) sichten lassen. Termin: Samstag, 27. November, von 11 bis 16 Uhr im Foyer des Suermondt-Ludwig-Museums, Wilhelmstraße 18. Alle Gegenstände, die als mögliche Exponate in Frage kommen, werden in einer Datenbank erfasst (Einverständnis vorausgesetzt). Die Gespräche über eine eventuelle Präsentation in der Ausstellung erfolgen dann „im Nachgang”.

Wer am 27. November keine Zeit hat, kann sich dennoch an der Aktion beteiligen, etwa per E-Mail-Foto. Oder telefonisch. Die Kontaktadresse lautet: Kulturbetrieb der Stadt Aachen, Geschäftsbereich Route Charlemagne, Dr. Thomas Müller, 0241/4324919.
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