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Bistum Aachen warnt vor Pius-Gottesdienst

Von: kna/dpa
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Rom. Das Bistum Aachen hat die Katholiken der Diözese aufgefordert, Distanz zur Priesterbruderschaft Pius X. zu halten.

Eine Gemeinschaft im Gottesdienst und in den Sakramenten mit deren Bischöfen und Priestern sei für katholische Christen weiterhin nicht möglich, betonte der frühere Dompropst Herbert Hammans am Montag.

Am kirchenrechtlichen Status der Piusbruderschaft habe sich durch die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen nichts geändert. Sie sei in der katholischen Kirche nicht anerkannt. Hammans war von Bischof Heinrich Mussinghoff beauftragt worden, geplante Ansiedlungen der Priesterbruderschaft in der Diözese zu beobachten.

„Damit die Priesterbruderschaft Pius X. anerkannt wird, müssen ihre Anhänger, also Bischöfe und Priester, das zweite Vatikanische Konzil anerkennen”, betonte Hammans. Eine solche Bereitschaft sei bisher nicht feststellbar. Die Priesterbruderschaft hatte 2007 ein altes Kloster bei Monschau erworben und will sich dort niederlassen. Das Bistum Aachen steht dem Vorhaben kritisch gegenüber.

Der Vatikan und der Jüdische Weltkongress (WJC) wollen unterdessen den Dialog trotz der Belastungen durch den Holocaust-Leugner Richard Williamson nicht abreißen lassen. Nach einem Spitzentreffen im Vatikan unter anderem mit dem deutschen Kurienkardinal Walter Kasper zeigte sich der WJC optimistisch, dass die Affäre um Williamson bald geklärt sein dürfte und sie das Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum nicht auf Dauer belasten werde. Der WJC sprach sich dafür aus, dass der Papst wie geplant Israel besucht.

Nach Ansicht von WJC-Präsident Ronald S. Lauder dürfte die Botschaft des Weltkongresses im Vatikan verstanden worden sein. Auf den Holocaust-Leugner Williamson zugegangen zu sein, ziehe die Errungenschaften des vor mehr als vier Jahrzehnten begonnenen jüdisch-katholischen Dialogs in Zweifel. Dass Papst Benedikt XVI. von Williamson einen Widerruf verlangt habe, sei ein erster Schritt, dem nun konkretes Handeln folgen müsse.

In der ARD-Talkshow „Beckmann” zeigte sich Kardinal Karl Lehmann entsetzt, dass Williamson sich Zeit ausbedinge, um die historischen Fakten des Holocausts zu prüfen. „Wenn er dabei bleibt, tritt die Exkommunikation wieder in Kraft. Das ist kirchenrechtlich möglich.” Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, lobte die Mehrheit der deutschen Bischöfe für ihre klare Haltung.

Die erzkonservative Piusbruderschaft hat Williamson derweil die Leitung eines Priesterseminars in Argentinien entzogen.
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