Würselen/Aachen - Biografie: Gut Kaisersruh besitzt eine spannende Historie

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Biografie: Gut Kaisersruh besitzt eine spannende Historie

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Treffen mit einem Nachkommen des Bauherrn von Kaisersruh: Michael von Fisenne (r.). Autor Dieter Radloff-Abeler hat die Familiengeschichte dokumentiert; unten eine alte Ansicht auf einer undatierten Postkarte. Foto: Wolfgang Sevenich
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Saniert: Gut Kaisersruh an der Bundesstraße 57 auf der Stadtgrenze von Aachen und Würselen war lange eine Ruine. Der Bürokomplex ist fast fertig. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen/Aachen. Er war der erste Besitzer: Ludwig von Fisenne ließ Haus Kaisersruh mitsamt seinem Englischen Garten bauen: Vor 250 Jahren, am 12. Juni 1768, wurde der spätere Priester und Stiftsherr (Kanonikus) Ludwig von Fisenne in Aachen geboren.

Der Gründer der Geschichtswerkstatt Würselen, Achim Großmann, und sein Vetter, der in Mecklenburg lebende Arzt Dieter Radloff-Abeler, widmen dem Geistlichen und Immobilien-Besitzer eine Biografie. Dieses Buch soll 2019 erscheinen. Doch schon jetzt kann der Co-Autor und Mediziner ganze Bände über sein Werk erzählen.

Radloff-Abeler war kürzlich wieder zu Besuch im Grenzland – nicht bei seinem noch immer als langjähriger Mitgestalter der Berliner Politik bekannten Cousin in Würselen, sondern bei einem von Fisenne der Gegenwart, der Moderator und Fotografen Michael von Fisenne in dem dörflichen Aachener Stadtteil Lemiers. Seinen Gast mit dem Doppelnamen zieht es im Übrigen ungeachtet des Buch-Projektes immer wieder in die Städteregion – schon weil er in Burtscheid aufgewachsen ist. Verwandtschaftliche Bande nach Kaisersruh hat der Gynäkologe auch unabhängig der von Fisennes: „Meine Großtante Gertrud Schoenen und ihr Ehemann, Onkel Hans, waren Pächter auf Kaisersruh.“

Bande gehen hin und her

Hin und her gehen die Bande zwischen dem Facharzt, dem Politiker im Unruhestand und den Leuten von Kaisersruh. Das war übrigens nicht von ungefähr zu den von Fisennes: Nachdem der Sohn, der nacheinander an St. Adalbert am Kaiserplatz in Aachen und dann an der Domkirche, die unter Napoleon zum Bischofssitz erkoren worden war, gewirkt hatte, kaufte ihm seine Mutter Maria Elisabeth von Heyningen Grundstücke zusammen, auf dem der Sohn sich dann seinen Landsitz bauen ließ.

Das stattliche Herrenhaus, das nach langem Verfall im Juni oder Juli dieses Jahres als Sitz von Unternehmern und Firmengründern wiedereröffnet werden soll, kennt Dieter Radloff-Abeler dank seiner Großtante aus eigener Anschauung noch aus der Zeit, da es noch nicht vom Ruin angenagt worden war.

An ein Detail erinnert er sich besonders gut: „In einer beleuchteten Nische stand eine Porträtbüste von Zar Alexander I.“ Vielleicht ein Schlüsselerlebnis, das erklärt, warum dem Verfasser Kaisersruh schon lange fesselt.

Treffpunkt der Mächtigen

Denn Aachen und seine Umgebung waren während des so genannten Monarchenkongresses anno 1818 ein beliebter Treffpunkt der Mächtigen jener Zeit. Der russische Zar soll im Verlauf dieses Gipfeltreffens gerne, oft und incognito Ausflüge in Richtung Würselen unternommen und dabei ab und zu bei Ludwig von Fisenne vorbeigeschaut haben.

Das Buch wird ab dem kommenden Jahr auf rund 100 Seiten mit vielen Abbildungen die vielen Facetten des Bauherrn und seiner illustren Gäste dokumentieren. Nachfahr Michael von Fisenne kann es allein schon deshalb kaum erwarten, dass der Band endlich im Buchhandel zum Kauf bereitliegt.

 

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