Bieten in der Kälte für die wohlige Wärme

Von: Jan Mönch
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Geschäfte im verschneiten Öc
Geschäfte im verschneiten Öcher Bösch: Zur Brennholzversteigerung kamen etwa drei Dutzend Interessenten. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es ist kühl an diesem Samstagmorgen. Mehr noch als im städtischen Gebiet am Rande des Aachener Waldes. Das Thermometer bewegt sich zwar immerhin knapp über dem Gefrierpunkt, doch hat der Erdboden sich über Nacht ordentlich mit Kälte aufgeladen.

Auch der Schnee vom Vorabend hat wohl seinen Teil dazu beigetragen, hier ist sogar die ein oder andere Flocke liegen geblieben.

Davon würden normalerweise wohl höchstens ein paar eisenharte Jogger Notiz nehmen, an diesem Morgen jedoch wundern diese sich über die ungewöhnlich zugeparkte Ecke Monschauer Straße/Pommerotter Weg - viele der Vehikel sind mit Anhänger versehen. Einen knappen Kilometer weiter ist die Ursache zu vernehmen: „850 Euro zum Ersten, zum Zweiten?”, hallt es durch den Öcher Bösch. Der wird nämlich versteigert, teilweise jedenfalls.

„Mit Brennholz zu heizen wird immer beliebter”, weiß Ferdinand Carduck vom Forstamt. Und das liege wohl ebenso sehr an den gestiegenen Gas- und Ölpreisen wie an der kuscheligen Atmosphäre, in die die althergebrachte Heizmethode das heimische Wohnzimmer zu versetzen vermag.

Für diese nehmen geschätzte drei bis vier Dutzend Aachener einen bitterkalten Morgen im Walde in Kauf. Auch einige Holzverheizer aus den Nachbarstaaten, das verraten die Kfz-Kennzeichen, haben hergefunden

Zum siebten Mal hat das Forstamt zu einer solchen Auktion eingeladen, Anlass sind stets die kurz zuvor durchgeführten Durchforstungsmaßnahmen. In diesem Winter bekamen vor allen Dingen Buchen die Säge zu spüren, bevor sie unter den Hammer kommen. Und zwar „Buche vom Feinsten”, wie Revier- und Auktionsleiter Herbert Koch die frischgefällte Ware mit Werbestimme anpreist.

24 Verkaufseinheiten, abgesteckt durch bunte Markierungen, gibt es zu erstehen, einzige Voraussetzung zum Mitbieten ist, dass es nicht vor einem gewerblichen Hintergrund geschieht.Die Gebote beginnen meist im unteren dreistelligen Bereich, bis zu 10.000 Euro kamen so in den Vorjahren jedes Mal zusammen.

Mit dem Abtransportieren können die Bieter sich bis zum 1. April Zeit lassen. Dass einige sich jedoch Warnwesten über die Daunenjacken gezogen haben, deutet darauf hin, dass sie ihren Kauf sogleich in anhängergerechte Stücke zerlegen und mitnehmen wollen. Eine Betätigung, die schon angesichts der Witterung ihre Vorzüge hat.



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