Aachen - Bier und Wasser kommen aus Aachens Untergrund

Bier und Wasser kommen aus Aachens Untergrund

Von: Daniel Gerhards
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Am Tag des Denkmals konnten gestern in Aachen insgesamt 15 „Historische Orte des Genusses” besichtigt werden, natürlich auch der Elisenbrunnen (Bild) mit seinem Thermalwasser. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Eine Frage musste Geologin Nadine Lennartz am Sonntag besonders oft beantworten: Ist das Aachener Thermalwasser genießbar? „Trinken kann man es schon”, erklärte sie den Besuchern am Tag des offenen Denkmals am Elisenbrunnen, „allerdings ist das kein Trinkwasser”.

Denn neben gesunden Mineralien enthalte es auch Arsen, freilich in einer Menge, die bei sparsamem Verzehr völlig unbedenklich sei.

Der Elisenbrunnen war eines von rund 15 Denkmälern, die unter dem Motto „Historische Orte des Genusses” geöffnet waren. Der Elisenbrunnen ist da natürlich prädestiniert, „das Kurwesen war während der gesamten Neuzeit nicht vom Genuss zu trennen”, sagt Nadine Lennartz.

Denn nach einem Bad im heilenden Thermalwasser wurde in den Kurhäusern oft getanzt. Gerade die aufwendige Bauweise des Elisenbrunnens zeige, „dass die Leute ihren Aufenthalt genießen sollen”.

Ausgehend vom Elisenbrunnen startete die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Führungen entlang der Thermalwasserroute. Dabei konnten die Teilnehmer viel über die Büchelthermen, die Domthermen oder die Kaiserquelle und ihre historische Entwicklung erfahren.

Lennartz: „Heute konzentriert sich die Aufmerksamkeit erneut auf das Thermalwasser und die damit verbundene Badekultur.” Und das mit gutem Grund, wie Christoph Senz für die Bürgerstiftung erklärte: „Das Wasser ist etwas ganz besonderes für Aachen, leider kann man normalerweise nicht viel davon sehen.”

Die gesamte Entwicklung der Stadt hänge eng mit dem Wasser zusammen, „Karl der Große ist nur nach Aachen gekommen, um seine müden Knochen hier ins Wasser zu halten”. Selbst für Kenner der Aachener Badekultur lohnte sich die Führung, denn es ging auch hinunter zur Kaiserquelle, wo man nicht alle Tage hinkommt.

Viel zu sehen gab es auch an einem anderen Ort, der sich in privater Hand befindet. Das gründerzeitliche Gebäude an der Zollernstraße/Ecke Lothringerstraße wurde vom Architektenehepaar Franz Lobs und Elisabeth Feldmann-Lobs von Grund auf saniert. Während der rund 18-monatigen Arbeiten blieb trotz des Denkmalschutzes ein gewisser Gestaltungsspielraum.

„Vor dem Umbau wurde 50 Jahre nichts an dem Haus gemacht”, sagt Lobs. Trotzdem blieb bei den Umbaumaßnahmen „so viel wie möglich” von der historischen Substanz erhalten. Heute befinden sich über der ehemaligen Drogerie frisch renovierte Wohnungen, dort ist der historische Charme mit modernen Elementen verbunden.

Nicht nur die Penthouse-Wohnung im obersten Geschoss hat mit dem beeindruckenden Ausblick über Aachen einiges zu bieten, auch der Keller hält mit einer Privatbrauerei einen Leckerbissen bereit.

Braumeister Elmar Ortmanns braut dort mehrere hundert Liter Bier pro Woche, die er in Fässern und Flaschen abfüllt oder frisch vom Zapfhahn ausschenkt. Eines verspricht der Braumeister: Seine drei naturtrüben „Öcher” Biersorten sind - in Maßen genossen - mindestens so bekömmlich wie das Wasser vom Elisenbrunnen.
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